Ein Privatflugzeug aus den USA landete am Samstagnachmittag auf dem Flughafen der argentinischen Stadt Rosario. An Bord waren Lionel Messi, seine Frau Antonela Roccuzzo und ihre Kinder. Sie reisten zum schwersten Abschied im Leben des achtmaligen Ballon-d'Or-Gewinners. Sein Vater und langjähriger Agent, Jorge Messi, war an diesem Morgen im Morgengrauen im Alter von 68 Jahren in einer Klinik der Stadt gestorben. Die Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.
Die Nachrichtenagentur Agence France-Presse berichtet, dass der argentinische Kapitän und seine Familie von den Flughafenbehörden empfangen wurden. Die Trauer war jedem Gesicht abzulesen, als sie, überwiegend in Schwarz gekleidet, unter starkem Polizeischutz in ein Auto stiegen. Die Beerdigung ist für heute, Sonntag, in der nahe gelegenen Stadt Pérez geplant und wird laut lokalen Beamten eine geschlossene Familienzeremonie sein, fernab der Öffentlichkeit.
Vor dem Friedhof El Prado in Pérez erschienen bewegende Zeichen der Unterstützung. Am Zaun hingen handgeschriebene Botschaften von Fans: "Sei stark, Leo, wir lieben dich" und "Haltet durch, Familie Messi", daneben war ein großer Blumenkranz aufgestellt. Einer der Fans, der 15-jährige Lucas Blanco, hatte sein eigenes Schild mitgebracht. "Er hat diesem Land so viel Freude geschenkt, jetzt ist es an uns, ihm etwas zurückzugeben, ihn zu trösten", sagte er. Das Paar Carlos und Ana war sogar 700 Kilometer aus der Stadt Tres Arroyos angereist, um dabei zu sein. "Wir wollten in diesem Moment bei Leo sein", erklärten sie.
Säule der Karriere und des Lebens
Der Verlust von Jorge Messi bedeutet für Lionel den Verlust einer grundlegenden Stütze in seinem Leben. Er war der stärkste Rückhalt seines Sohnes während der schweren Teenagerjahre in Barcelona, fernab der Heimat, nachdem der Junge mit 13 Jahren zum katalanischen Klub gekommen war. Während seiner gesamten außergewöhnlichen Karriere verwaltete der Vater seine beruflichen und finanziellen Angelegenheiten.
Die Nachricht vom Tod hallte tief in der Fußballwelt wider. Der argentinische Fußballverband und zahlreiche Vereine sprachen ihr Beileid aus, darunter besonders Barcelona, Messis langjährige Heimat. In einer offiziellen Erklärung teilte der Klub mit: "Der FC Barcelona dankt Jorge Messi aufrichtig für seine beständige Hingabe an unseren Verein und für das wertvolle Vertrauen, das er uns von den Anfängen der Fußballkarriere seines Sohnes Leo und während seiner goldenen Jahre bei uns entgegengebracht hat."
Jorge Messi war auch der erste Trainer seines Sohnes, den er im Alter von vier Jahren auf leeren Grundstücken, wo sich die Kinder der Nachbarschaft trafen, in den Fußball einführte. Als Metallarbeiter in Rosario trainierte er die Jugendmannschaften des kleinen Klubs Grandoli. Sein Leben änderte sich im Jahr 2000, als er alles zurückließ, um Leo nach Spanien zu folgen. Seine Abwesenheit bei der Weltmeisterschaft im Juni hatte bereits Aufmerksamkeit erregt, und die Familie bat die Medien angesichts von Gerüchten über seine Gesundheit um "Menschlichkeit". Nach dem Tor gegen Algerien brach der 39-jährige Messi in Tränen aus und gab zu, dass er eine "Situation außerhalb des Sports" durchlebe. "Ich habe einige schwere, komplizierte Tage durchgemacht", sagte er später, "aber ich bin der gesamten Delegation und meinen Teamkollegen dankbar, denn sie waren an meiner Seite, wie immer." Lokale Medien berichteten, dass Jorge Messi gegen Krebs gekämpft habe.
Ehrung aus Miami
Mit einer bewegenden Geste der Loyalität reagierte auch Inter Miami, der Verein, dessen Farben Messi seit dem Sommer 2023 trägt. Am Samstagabend, im Spiel gegen das mexikanische Monterrey, liefen seine Teamkollegen mit schwarzen Armbinden auf das Feld, um dem Vater ihres größten Stars die Ehre zu erweisen. Diese Szene fasste die Tiefe des Mitgefühls mit der Tragödie zusammen, die einen der größten Fußballer der Geschichte getroffen hat.
Rodrigo de Paul, Messis enger Freund und Teamkollege bei Inter Miami, hob nach seinem Tor bei der 1:2-Niederlage gegen Monterrey sein Trikot und zeigte Messis Nummer 10, um ihm zu huldigen. Laut Medienberichten sollte De Paul nach Argentinien reisen, um bei der Familie zu sein. Leandro Paredes, Mittelfeldspieler von Boca Juniors, sagte nach seinem Spiel: "Es wird ihm sicher gut tun, dass wir da sind." Er fügte hinzu: "Ich muss noch mit ein paar Teamkollegen sprechen, um zu sehen, ob wir jetzt oder morgen fahren." Die Zeremonie auf dem Friedhof El Prado endete gegen Mittag Ortszeit, als die Fahrzeuge den Friedhof verließen und das private Sicherheitspersonal sich zurückzog. Durch die Gitterstäbe waren familiäre Szenen zu erkennen, darunter Umarmungen unter den Familienmitgliedern, zu denen auch Lionel Messi gehörte.