Der kroatische Staatspräsident Zoran Milanović hat heute, am 10. August 2026, einen eindringlichen öffentlichen Appell an die kroatische Regierung gerichtet, umgehend mit der Sanierung der illegalen Deponie für Gefahrstoffe in Lika zu beginnen. Als Reaktion auf die Veröffentlichung der Ergebnisse des Umweltgutachtens, das USKOK im Fall der illegalen Abfallentsorgung in Gospić durchgeführt hat, forderte Milanović über Facebook sofortiges Handeln und Verantwortung.
Scharfer Angriff auf die Institutionen
In seinem Beitrag nahm der Präsident kein Blatt vor den Mund und bezeichnete den gesamten Fall als "illegale, ja kriminelle Entsorgung von Gefahrstoffen". Er betonte, dass es keine Zeit mehr für Verzögerungen gebe. "Die kroatische Regierung kann sich nicht mehr einen einzigen Tag mit Verfahren und öffentlichen Ausschreibungen herausreden, wie sie es derzeit tut, denn die Gesundheit der Menschen ist zweifellos gefährdet und es droht eine dauerhafte Verseuchung des Gebiets", so Milanović.
Besonders kritisierte er die Tatsache, dass für die bisher aufgedeckten Versäumnisse noch niemand zur Verantwortung gezogen wurde. Er wies darauf hin, dass Gefahrstoffe aus EU-Ländern auf "öffentlichem Gut, dem likanischen Boden" entsorgt wurden, und dies alles, so seine Worte, mit Hilfe des inzwischen abgesetzten obersten Staatsinspektors Andrija Mikulić geschehen sei, den er nicht namentlich nannte.
Ausmaß der Verschmutzung wird sichtbar
Anlass für die jüngste Reaktion des Präsidenten waren genau die veröffentlichten Ergebnisse des USKOK-Gutachtens, die ein alarmierendes Ausmaß des Umweltschadens offenbarten. Demnach wurden an der Bilajska-Straße in Gospić ganze 37.000 Tonnen gemischter Abfälle abgelagert. Analysen repräsentativer Proben bestätigten die gefährliche Eigenschaft der Ökotoxizität, und der Boden ist stark mit Metallen wie Kupfer, Blei und Antimon belastet.
Ein ergänzendes Gutachten brachte noch alarmierendere Nachrichten: Im Grundwasser flussabwärts der Deponie wurden PFAS-Verbindungen, auch bekannt als "Ewigkeitschemikalien", gefunden. Die höchste gemessene Konzentration betrug 200,5 Nanogramm pro Liter, was dem Doppelten des Parameterwerts für die Summe der PFAS-Verbindungen in Wasser für den menschlichen Gebrauch entspricht. Die Gutachter kamen zu dem Schluss, dass diese Deponie höchstwahrscheinlich die Quelle für die Ausbreitung dieser gefährlichen Stoffe ins Grundwasser ist. Allerdings sei anzumerken, dass das betroffene Grundwasser nicht für die öffentliche Wasserversorgung genutzt wird.
Fragen ohne Antworten
Milanović stellte in seinem Beitrag eine Reihe von Fragen, auf die, wie er behauptet, Lika und ganz Kroatien noch immer auf Antworten warten. "Noch niemand wurde für diesen, offensichtlichen Ökozid zur Verantwortung gezogen: weder das Unternehmen, das in Lika gefährlichen europäischen Abfall entsorgt hat, noch die staatlichen Institutionen, die dies hätten verhindern müssen, es aber nicht taten", schrieb der Präsident.
Die Schlüsselfrage, die er stellt, ist, "warum bis heute niemand für die illegale Entsorgung von Gefahrstoffen bestraft wurde und warum die zuständigen staatlichen Institutionen dies stillschweigend geduldet haben". Darüber hinaus fordert er einen klaren Zeitrahmen für den Beginn der Sanierung der Deponie in der Umgebung von Gospić.
Antwort der Regierung: Verfahren, nicht Druck
Auf die scharfe Kritik des Präsidenten reagierte auch Premierminister Andrej Plenković, der am Sonntag in Sinj, am Vorabend der Sinjska alka, erklärte, dass die Situation ausschließlich im Rahmen der Gesetze gelöst werde. "Die Situation ist hier recht einfach. Es gibt zwei Grundprinzipien, und das erste ist, dass alle, die für die Entsorgung dieses Abfalls verantwortlich sind – ob extern oder vergraben – zur Verantwortung gezogen werden müssen. Damit befassen sich die zuständigen Behörden DORH und USKOK, alle Ermittlungen laufen. Das dauert seit über anderthalb Jahren, Studien und Gutachten wurden erstellt", sagte Plenković und betonte, dass das Problem nicht "unter Druck" gelöst werde.
Aufruf zu sofortigem Handeln
Zum Abschluss seines Beitrags wies der Präsident alle bisherigen Rechtfertigungen der Exekutive und der zuständigen Ministerien zurück und bezeichnete sie als unerträglich. "Alle bisherigen Rechtfertigungen der Regierung und der zuständigen Ministerien sind nicht mehr hinnehmbar; ich fordere sie auf, sofort zu handeln und die Gesundheit der Menschen in Lika und die Zukunft des likanischen Bodens zu schützen", heißt es in Milanovićs Facebook-Beitrag.