Radaraufnahmen, die am Dienstag, dem 11. August 2026, ungewöhnliche Wirbel von Gewitterwolken über Italien, Slowenien und Kroatien zeigten, insbesondere im Gebiet von Istrien, verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien. Nutzer entdeckten gegen 14:30 Uhr auf Wetterportalen wie Windy konzentrische Kreise und begannen, nach einer Erklärung für das mysteriöse Phänomen zu suchen.
Slowenische Agentur: Daten stammen vom italienischen Radar
Auf die zahlreichen Anfragen reagierte bald die slowenische Umweltagentur (ARSO). Über ihr offizielles Profil auf der Social-Media-Plattform X, ARSO vreme, erklärten sie, dass die Kreise keine tatsächlichen Niederschläge darstellen, sondern eine Störung in den Radardaten. "Sie stammen aus den Daten des Radars Fossalon in Italien", gaben sie an und fügten hinzu, dass die genaue Ursache nicht bekannt sei, es sich aber "höchstwahrscheinlich um einen Fehler bei der Messung oder Datenverarbeitung handelt".
Warum entstehen konzentrische Kreise?
ARSO erläuterte auf seiner Website dieses Phänomen genauer. Das Radar misst die Atmosphäre mit einer Antenne, die sich um die vertikale Achse dreht, und zwar unter verschiedenen Winkeln, wobei Niederschläge in verschiedenen Höhen über jedem Punkt am Boden erfasst werden. Der Computer extrahiert dann den höchsten gemessenen Wert und zeigt ihn im Bild an, was bedeutet, dass das, was wir sehen, nicht Niederschlag am Boden ist, sondern irgendwo darüber.
Ein entscheidender Faktor ist auch die Schneeschmelzzone in der Höhe der Null-Grad-Isotherme. "In dieser Höhe gibt es eine verstärkte Radarreflexion aufgrund der Schneeschmelze", erklären sie von ARSO. Da die unterschiedlich geneigten Radarstrahlen die Schmelzzone in verschiedenen Entfernungen schneiden, nehmen die Projektionen dieser maximalen Echos auf den Boden die Form konzentrischer Kreise an.
Verschwörungstheorien und ein alltägliches Phänomen
Ähnliche technische Artefakte auf Wetterportalen fördern regelmäßig Verschwörungstheorien über Wettermanipulation und geheime Geoengineering-Experimente. Meteorologen betonen daher, dass es sich um übliche digitale Unvollkommenheiten der Messsysteme handelt, nicht um geheimnisvolle atmosphärische Phänomene. Obwohl visuell beeindruckend, sind diese Kreise nur eine Folge der Art und Weise, wie Radarsysteme Daten über die Atmosphäre sammeln und verarbeiten.