Der Tierschutzverein Prijatelji životinja hat am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft in Zadar Strafanzeige gegen den Besitzer einer Kuh und eines Kalbes erstattet. Ihm werden Tierquälerei und das Aussetzen von Tieren vorgeworfen. Gleichzeitig fordert der Verein, die Verantwortung der Veterinäraufsicht wegen ausbleibender rechtzeitiger Reaktion zu prüfen.
Umherirren ohne Wasser und Tod im Freien
Nach Informationen des Vereins irrten die Kuh und das Kalb fast einen Monat lang ohne jegliche Aufsicht durch ein offenes Gebiet. Die Tiere hatten keinen Zugang zu Wasser, und das Ganze spielte sich bei extrem hohen Sommertemperaturen ab. Die erschöpfte Kuh verendete schließlich, und ihr Körper blieb mindestens eine Woche lang liegen. Das verängstigte Kalb blieb die ganze Zeit bei seiner Mutter.
Das Leben des Kalbes wurde von einem Bürger gerettet, der ihm Wasser und Futter brachte. Es wurde erst nach mehrtägigem öffentlichem und medialem Druck versorgt, betont der Verein.
Bis zu zwei Jahre Haft drohen
Das Gesetz sieht für das Aussetzen von Tieren eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor. Da jedoch in diesem Fall das völlige Fehlen von Fürsorge und die Verweigerung von Wasser direkt zum Tod der Kuh führten, droht dem Täter eine strengere Strafe von bis zu zwei Jahren Haft.
Was der Verein von der Staatsanwaltschaft fordert
In der Strafanzeige fordert Prijatelji životinja die sofortige Durchführung aller notwendigen Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft wird aufgefordert, die Identität des Besitzers umgehend festzustellen, und zwar durch Überprüfung der Kennzeichnungen der Tiere sowie der Daten im Zentralregister für Haustiere. Zudem wird die Einholung von Aussagen aller Zeugen verlangt.
Der Verein besteht außerdem auf der Beschaffung offizieller Unterlagen über das Vorgehen der Polizei und der zuständigen Inspektionen. Es soll festgestellt werden, ob an der verendeten Kuh eine offizielle Obduktion zur Bestätigung der Todesursache durchgeführt wurde und ob eine tierärztliche Untersuchung des Gesundheitszustands des überlebenden Kalbes erfolgt ist.
Kritik an der Veterinäraufsicht
Prijatelji životinja betont, dass dies nur einer von vielen Fällen ist, in denen das Leiden und der Tod eines Tieres hätten verhindert werden können, wenn die Veterinäraufsicht rechtzeitig gehandelt hätte. Sie behaupten, die Inspektion sei über das Aussetzen der Kuh und des Kalbes informiert gewesen, habe aber nicht reagiert. Der Verein appelliert an die Einrichtung eines effektiveren Tierschutzsystems in Kroatien, das solche Tragödien in Zukunft verhindern soll.