Die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete am Samstag, dass die Regierungen Syriens und Russlands eine Absichtserklärung erzielt haben, die die Zukunft der russischen Militärpräsenz in diesem nahöstlichen Land definiert. Das Abkommen ist das Ergebnis von Verhandlungen, die anderthalb Jahre dauerten, und sieht eine erhebliche Umstrukturierung der russischen Einrichtungen an der syrischen Mittelmeerküste vor. Das syrische Außenministerium erklärte am Sonntag, dass die Einigung nach „18 Monaten intensiver Verhandlungen“ erzielt wurde und eine „Neuorganisation der russischen Präsenz“ entlang der syrischen Küste darstellt.
Gemeinsame Zentren statt klassischer Stützpunkte
Gemäß den Bedingungen des Abkommens werden die Militäreinrichtungen in Tartus und Hmeimim, nahe der Stadt Latakia, in „gemeinsame Ausbildungs- und Qualifikationszentren“ umgewandelt und nicht mehr als traditionelle Militärstützpunkte fungieren. Diese Formulierung wurde von der Agentur SANA übermittelt und von spezialisierten Kanälen wie Clash Report und Voenkor Kotenok zitiert. Wie das Ministerium mitteilte, wahren die neuen Vereinbarungen die Interessen beider Seiten, und dieser Schritt markiere „die bedeutendste Entwicklung seit Beginn der Verhandlungen vor etwa anderthalb Jahren und ebne den Weg für eine neue Phase in den syrisch-russischen Beziehungen“.
Gleichzeitig werden zivile Einrichtungen, die mit diesen Standorten verbunden sind, schrittweise unter die Verwaltung des syrischen Staates zurückgeführt. Dazu gehören der Flughafen Hmeimim und der vierte kommerzielle Liegeplatz im Hafen von Tartus. Das syrische Außenministerium bestätigte, dass der Staat die Verwaltung dieser zivilen Einrichtungen übernehmen wird, was ihre schrittweise Integration in die zivile Verwaltung des Landes ermöglicht. Es wird erwartet, dass der gesamte Übergangsprozess innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein wird.
Ende einer Ära russischer Dominanz an der Mittelmeerküste
Russland hat jahrelang eine starke militärische Präsenz in Syrien aufrechterhalten, und die Stützpunkte in Tartus und Hmeimim waren Schlüsselpunkte für die Projektion seiner Macht im Mittelmeerraum. Der russische Marinestützpunkt in Tartus und der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim dienten lange als wichtigste militärische Hochburgen Moskaus im Mittelmeerraum und im Nahen Osten, und ihre Zukunft wurde nach dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024 zum Gegenstand von Verhandlungen mit der neuen syrischen Führung. Dieses Abkommen markiert das Ende dieses Modells und stellt eine bedeutende geopolitische Umstrukturierung der russischen Präsenz in der Region dar. Russland hat sich bisher offiziell nicht zu der erzielten Einigung geäußert.
Details darüber, wie viel russisches Personal im Rahmen der neuen Ausbildungseinrichtungen verbleiben wird, sowie der genaue Status der militärischen Ausrüstung sind derzeit nicht veröffentlicht.