Real Madrid startet in eine neue Saison mit einem neuen, alten Gesicht an der Seitenlinie. José Mourinho übernahm im Juni zum zweiten Mal in seiner Karriere das Ruder bei den Königlichen und folgte auf Xabi Alonso und Álvaro Arbeloa, die das Team in der vergangenen Saison betreuten. Während sich die Mannschaft auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet, drängt sich eine Frage in den Vordergrund: Kann Trent Alexander-Arnold nach einer schwierigen Debütsaison zum Schlüsselspieler in Mourinhos System werden?
Versprechen an die Fans nach turbulentem ersten Jahr
Die Ankunft von Alexander-Arnold in Madrid im vergangenen Sommer war von großen Erwartungen begleitet. Real Madrid zahlte Liverpool 10 Millionen Euro (8,4 Millionen Pfund) für seine Vertragsauflösung am 1. Juni 2025, einen Monat vor Ablauf des Vertrags. Doch statt eines Paukenschlags folgte eine von Verletzungen und Anpassung geprägte Saison.
Zunächst erwischte ihn im September 2025 eine Oberschenkelverletzung, die ihn sieben Wochen außer Gefecht setzte. Kaum zurück, folgte im Dezember der nächste Rückschlag, eine Oberschenkelverletzung und weitere zwei Monate Pause. Diese Verletzungen verhinderten, dass er Kontinuität aufbauen und eine engere Bindung zu den Fans entwickeln konnte. Am Ende kam er in allen Wettbewerben auf 35 von 62 Spielen, von denen er nur 27 als Stammspieler begann, wobei er sich die Position des rechten Verteidigers mit der Vereinslegende Dani Carvajal teilte.
Dennoch spielte er die Saison in immer besserer Form zu Ende und drückte seine Dankbarkeit gegenüber den Fans in einer emotionalen Botschaft aus. "Madridistas, ihr habt mich mit offenen Armen empfangen. Seit dem ersten Tag seid ihr an meiner Seite. Ich brauchte ein paar Monate, um in den Rhythmus zu finden, aber jetzt fühle ich mich vollkommen zu Hause. Ich werde mich gut erholen und im Sommer hart arbeiten. Ich verspreche, dass wir nächste Saison die Trophäen in diesen unglaublichen Verein zurückbringen werden", schrieb Alexander-Arnold, wie BBC Sport berichtet.
Mourinhos Plan und Vertrauen in den Engländer
Der Neuanfang bringt auch einen neuen Trainer mit einer klaren Vision mit sich. Laut Informationen von BBC Sport ist Mourinho von den Auftritten des englischen Nationalspielers, seinen Werten und seiner Vielseitigkeit beeindruckt. Der Portugiese sieht in ihm nicht nur einen klassischen Verteidiger, sondern einen Spieler, dessen Qualität beim Vorrücken ins Mittelfeld und beim Beitrag zu Angriffsaktionen aus zentralen Positionen zur Geltung kommt. Seine Pässe, Flanken, Steilpässe und Standardsituationen bleiben die stärksten Waffen in seinem Arsenal.
Auch Alexander-Arnold freut sich auf die Zusammenarbeit. "Ich habe den Trainer schon immer bewundert. Ich habe mehrmals gegen ihn gespielt, und es ist eine Freude, mit ihm und seinem Stab zu arbeiten. Er ist intensiv. Die Prinzipien und das Anforderungsniveau sind sehr hoch, daher freue ich mich darauf zu sehen, wie wir, je besser wir uns kennenlernen, mehr lernen und er uns mehr beibringen kann. Wir sind alle bereit und lernwillig. Ich bin sicher, dass er uns viel beibringen und uns helfen wird, dieses Jahr Titel zu gewinnen", erklärte er.
Valverde: "Ich hätte nicht erwartet, dass Mourinho so ist"
Mourinhos Ankunft bringt oft den Ruf eines strengen und anspruchsvollen Taktikers mit sich, doch im Inneren scheinen die Dinge anders zu sein. Fede Valverde, einer der Schlüsselspieler der Mannschaft, teilte seine ersten Eindrücke von der Arbeit mit dem Portugiesen.
"Ich hätte nicht erwartet, dass Mourinho so ist. Er ist uns sehr nahe", sagte Valverde zu Fabrizio Romano. "Manchmal ist er streng, aber ich denke, das ist es, was dich voranbringen kann." Diese Aussage offenbart eine andere Seite des erfahrenen Strategen, eine, die eine enge Beziehung zu den Spielern aufbaut, aber gleichzeitig nicht von hohen Standards abweicht.
Bereit für einen Neuanfang
Als einer der wenigen Real-Spieler, die nicht an der Weltmeisterschaft teilnahmen, absolvierte Alexander-Arnold die komplette Vorbereitung mit dem neuen Trainer. Ohne Länderspielverpflichtungen hatte er wertvolle Zeit, um sich einzuspielen und Mourinhos Anforderungen zu verinnerlichen. Die Frage ist nicht mehr, ob er sich anpassen wird, sondern ob ausgerechnet er zum Motor der Mannschaft im Kampf um die Trophäen wird, die er versprochen hat, ins Bernabéu zurückzubringen.