Ilija Buljan wurde aus Uruguay in seine Heimat Herzegowina überführt, fast hundert Jahre nach seiner Abreise nach Südamerika und fünfundvierzig Jahre nach seinem Tod. Seine sterblichen Überreste wurden im Grab seines Vaters auf dem alten Friedhof in Podišta beigesetzt, wie das Portal Brotnjo.info berichtete und ABC Portal übernahm. Dieses emotionale Ereignis brachte vierzehn Familienmitglieder aus Argentinien, den Vereinigten Staaten und Italien zusammen.
Lebensweg von der Herzegowina nach Montevideo
Ilija Buljan wurde am 18. August 1909 in Gornji Veliki Ograđenik als dritter Sohn von Pere und Jela, geborene Prskalo, geboren. Im Alter von knapp zwanzig Jahren verließ er 1929 seine Heimat Herzegowina und machte sich in unbekannte Gefilde Südamerikas auf. Dort erwarteten ihn fremde Menschen, Sprache und Bräuche, dazu eine schwierige Lebenssituation und Träume von der Rückkehr.
In Uruguay arbeitete er zunächst als Lastwagenfahrer und später im Staatsdienst, der für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zuständig war. Am 1. Februar 1958 heiratete er in Montevideo Marija Soldo, geborene Juričić, eine Kroatien aus Čitluk, die zwei kleine Kinder, Jela und Ivan, aus einer früheren Ehe hatte. Gemeinsam erzogen sie ihre Kinder und ihre beiden Söhne Pedro Petar und Antonio Gabriel im katholischen Glauben.
Die Sehnsucht nach der Heimat blieb bis zum Ende
In der Familie Buljan, die in den 1980er Jahren nach Argentinien zog, wurde die Liebe zur Heimat Brotnjo und zur kroatischen Identität gepflegt. Ilijas Wunsch, ihm im hohen Alter Wasser aus der alten Zisterne, einen Stein aus der Herzegowina und eine Handvoll Erde zu schicken, auf der seine Vorfahren Tabak und Weinreben angebaut hatten, zeugt von seiner Verbundenheit mit der Heimat.
In Psalm 139 steht: "Gott, alles war in deinem Buch geschrieben: Meine Tage waren bestimmt, als noch keiner davon da war." Diese Worte, so schreibt Brotnjo.info, hallen besonders bei der Geschichte eines Mannes wider, dessen Lebensweg weit entfernt von der heimatlichen Scholle vorgezeichnet war.
Würdevoller Abschied in Podišta
Die Trauerfeier leitete Pater Branimir Novokmet, Pfarrvikar von Čerin. Bei der letzten Verabschiedung waren einige Familienmitglieder bereits zuvor in der Herzegowina gewesen, für andere war es der erste Besuch in der Heimat ihrer Groß- und Urgroßväter.
"Lieber Ilija, es sind 45 Jahre vergangen seit deinem Tod am 1. Juni 1981 in Uruguay. Die Liebe endet nicht mit dem Abschied, noch vergehen Erinnerungen mit der Zeit. Heute verabschieden wir uns dankbar und würdevoll von dir: menschlich, mit traurigem Herzen und Tränen in den Augen, christlich, mit Gebet und Glauben an das ewige Leben und ein Wiedersehen. Unser lieber Ilija, so wie du es dir gewünscht hast, bringen wir deine sterblichen Überreste zurück zu deiner herzegowinischen Scholle, zu deinem geliebten Land, dem Land deiner Eltern, in das Grab deines Vaters. Möge die kroatische Erde dir leicht sein und Frieden deiner Seele. Ruhe in Frieden!", so die Botschaft der Verwandten von Ilija Buljan.
Ilijas schweres Leben, das ohne Rückkehr in die Heimat verging, ist nur eines von vielen Beispielen für die Schicksale kroatischer Auswanderer im zwanzigsten Jahrhundert. Auf zahlreichen Friedhöfen weltweit entzünden Menschen Kerzen in kroatischen Farben und beten auf Kroatisch, wie das Portal Brotnjo.info abschließend feststellt.