An dem Ort, an dem mehr als sieben Jahrzehnte lang nur Stille herrschte, wurde Mitte Mai 2026 wieder gebetet. An der alten Lujzijanska-Straße, direkt am Tunnel in der Siedlung Donja Dobra, wurde ein neues Eichenkruzifix gesegnet und damit offiziell das Projekt zur Rückkehr der 1954 abgerissenen Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk gestartet.
Hinter dieser Initiative steht der Verein Kapela sveti Ivan Nepomuk, der am Heiligabend, dem 24. Dezember 2025, gegründet wurde. Der Vereinsvorsitzende Goran Burić betont, dass die Kapelle für die lokale Gemeinschaft nie ein einfaches Stück Land war.
Die Wände und Fundamente sind verschwunden. Das Dach ist verschwunden. Auch jede sichtbare Spur der Heiligkeit dieses Ortes ist verschwunden. Aber was nicht verschwunden ist, war die Erinnerung der Menschen, sagte Burić gegenüber Novi list.
Erstes Gelübde: Das Kreuz kehrt an den heiligen Ort zurück
Wegen der Komplexität der vollständigen Renovierung entschieden sich die Vereinsmitglieder, einen symbolischen, aber kraftvollen ersten Schritt zu gehen, den sie Erstes Gelübde nannten. Obwohl es sich um ein spirituelles Projekt handelt, erforderte die Umsetzung einen ernsthaften institutionellen Ansatz. An den Aktivitäten beteiligten sich die Gemeinde Brod Moravice, die Straßenverwaltung der Gespanschaft Primorje-Gorski kotar, Hrvatske ceste, HŽ Infrastruktura, die Gespanschaft Primorje-Gorski kotar, Abteilung für Raumordnung, Bauwesen und Umweltschutz (Außenstelle Delnice), die Denkmalschutzabteilung in Rijeka sowie die Polizeistation Delnice.
Das Projekt beruhte nicht auf großen finanziellen Mitteln, sondern auf Gemeinschaft. Materialien, fachliche Hilfe, logistische Unterstützung und Arbeitskräfte wurden bereitgestellt. Ein Eichenkruzifix mit traditionellem Schindeldach wurde aufgestellt, der Sockel gestaltet und eine Granit-Gedenktafel angebracht, die dauerhaft von diesem historischen Ereignis zeugen wird.
Emotionale Zusammenkunft trotz Regen
Der Höhepunkt der Initiative fand am 16. Mai 2026 statt, am Gedenktag des heiligen Johannes von Nepomuk. Trotz des schlechten Wetters, Regens und Kälte versammelten sich bei der öffentlichen religiösen Zusammenkunft in Donja Dobra rund 70 Menschen. Das neue Kruzifix wurde von Pfarrer Pater Tomislav Ravnjak aus der Pfarre Brod Moravice, Religionslehrer Antonio Crnković und Lucija Injić gesegnet.
Für viele Anwesende war es ein Moment voller tiefer Emotionen. Nach mehr als 72 Jahren wurde an diesem Ort wieder öffentlich gebetet und Gottes Name angerufen. Goran Burić betont, dass es nicht nur eine Segnung des Kruzifixes war, sondern die Rückkehr des Gebets an einen Ort, der jahrzehntelang ohne heiliges Zeichen war.
Familiengeschichte und größere Vision
Für Burić trägt diese Initiative auch eine tief persönliche Note. Genau in dieser Kapelle empfingen seine Vorfahren das Sakrament der Ehe, und die Familiengeschichte wurde auch von einer großen Tragödie geprägt.
Während des Zweiten Weltkriegs war mein Großvater bei der Eisenbahn beschäftigt, und 1942, im Alter von 30 Jahren, kam er zwischen Lokve und Delnice ums Leben, nachdem Partisanen die Gleise vermint hatten. Dieses große Unglück hat das Leben unserer gesamten Familie für immer verändert, sagte Burić.
Die Pläne für weitere Aktivitäten sind bereits festgelegt. In den kommenden Sommermonaten wird der Bereich um das neu aufgestellte Kruzifix gestaltet und verschönert, und auch die Aufstellung eines Fahnenmasts mit der kroatischen Staatsflagge ist geplant. Das oberste Ziel bleibt jedoch die Renovierung der Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk.
Das Kruzifix ist nur der Anfang. In den kommenden Sommermonaten ist bereits geplant, die Umgebung des neu aufgestellten Kruzifixes weiter zu gestalten und zu verschönern, damit dieser heilige Ort ein noch würdigeres Aussehen erhält, das seinem historischen und spirituellen Wert entspricht, betonte Burić.
Mit der starken Unterstützung des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Ivan Stipaničić, der Anwohner von Donja Dobra, der Pfarre Brod Moravice unter der Leitung von Pfarrer Ravnjak und der Gemeinde Brod Moravice mit Bürgermeister Mario Šutej ist das Projekt zur Renovierung der Kapelle nicht mehr nur eine Idee. Es ist ein Prozess, der bereits begonnen hat, und alle, die helfen möchten, können dies durch eine Überweisung auf das Konto des Vereins Kapela sveti Ivan Nepomuk (IBAN: HR5524020061101324719) tun.