Am Montag, dem 10. August 2026, um genau 21 Uhr wurde der Eisenbahnverkehr auf dem Abschnitt zwischen Gradec und Sveti Ivan Žabno wieder aufgenommen, wie die HŽ Infrastruktura bestätigte. Die Züge fahren wieder, jedoch mit einer vorübergehenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde – eine Vorsichtsmaßnahme nach dem schweren Unfall.
Die Strecke war seit Samstag um 10:05 Uhr außer Betrieb, als es bei Škrinjar zu einem frontalen Zusammenstoß zwischen einem Personen- und einem Güterzug kam. Der von einem 61-jährigen Lokführer geführte Personenzug war in Richtung Sveti Ivan Žabno unterwegs, während aus der Gegenrichtung ein Güterzug der HŽ Cargo mit einem 20-jährigen Lokführer kam.
25 Verletzte, niemand in Lebensgefahr
Bei dem Unfall wurden insgesamt 25 Menschen verletzt, darunter beide Lokführer und ein 43-jähriger Schaffner. Alle wurden in medizinischen Einrichtungen versorgt, und nach den neuesten Informationen besteht für niemanden Lebensgefahr.
Am Unfallort wurde die Spurensicherung von der stellvertretenden Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Bjelovar durchgeführt, unterstützt von der Polizei und Ermittlern der Agentur für die Untersuchung von Unfällen im Luft-, See- und Schienenverkehr. Die offizielle Unfallursache ist noch nicht festgestellt, aber es sind inoffizielle Informationen über ein mögliches Versäumnis des Güterzugs aufgetaucht.
Automatische Bremse reagierte nicht, neuer Vorfall nur einen Tag später
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Zugbegleiter Kroatiens, Mario Grbešić, erklärte, dass der Güterzug nach inoffiziellen Informationen nicht am Signal "Halt" angehalten habe. Staatssekretär Žarko Tušek bestätigte, dass das automatische Bremssystem, das den Zug in einer solchen Situation automatisch stoppen sollte, seine Funktion nicht erfüllt habe. Warum das geschah, wird noch untersucht.
Nur etwas mehr als einen Tag nach dem Zusammenstoß ereignete sich am Sonntag um 13:06 Uhr ein weiterer schwerwiegender Vorfall. Ein Güterzug der HŽ Cargo passierte ein rotes Signal im Bahnhof Škrljevo und hielt nicht an, um die Kreuzung mit einem Personenzug mit etwa 45 Fahrgästen abzuwarten. Diesmal funktionierte die automatische Bremse und stoppte den Zug, woraufhin die HŽ Infrastruktura die Oberleitung abschaltete. Eine Kollision wurde vermieden, und niemand wurde verletzt. Der Lokführer wurde vom Dienst suspendiert, und die HŽ Cargo bezeichnete das Überfahren eines "Halt"-Signals als einen der schwersten Sicherheitsverstöße.
Aufgrund zweier schwerwiegender Vorfälle innerhalb von weniger als 30 Stunden wurde auf Antrag von Minister Oleg Butković eine außerordentliche Inspektion der HŽ Cargo, der HŽ Putnički prijevoz und der HŽ Infrastruktura eingeleitet.
Aufwendige Sanierung und Bergung des Zuges
Der Güterzug wurde bereits früher von der Unfallstelle entfernt, aber die Bergung des Personenzugs war erheblich komplexer. Es handelte sich um einen elektrobatteriebetriebenen Zug, der bei dem Zusammenstoß schwer beschädigt wurde und teilweise neben dem Gleis lag, was den Zugang erschwerte. Wie Nenad Medić von Končar – Električna vozila sagte, wurde ein Wagen praktisch zerstört, und allein die Herstellung und Ausstattung eines neuen Wagenkastens würde mindestens sechs Monate dauern.
Die Arbeiten zur Bergung des Zuges dauerten seit Sonntag an, und am Montag wurde der Zug langsam in Richtung Sveti Ivan Žabno geschleppt. Danach wurde auch die beschädigte Infrastruktur unter dem Personenzug repariert. Obwohl die HŽ Infrastruktura ursprünglich angekündigt hatte, dass der Verkehr erst am Dienstag wieder aufgenommen werden könnte, wurden die Arbeiten früher abgeschlossen, sodass die Strecke bereits am Montagabend wieder geöffnet wurde.