Zwei ukrainische Kinder, ein 14-jähriges Mädchen und ein 12-jähriger Junge, wurden in der polnischen Stadt Bydgoszcz angegriffen, weil sie miteinander auf Ukrainisch sprachen. Der Vorfall ereignete sich am 14. August 2026 in einem Park neben dem Bahnhof, und der Bericht über den Angriff wurde am 17. August veröffentlicht, wie die Ukrainska Prawda unter Berufung auf eine Mitteilung des Generalkonsulats der Ukraine in Danzig berichtet.
Nach Angaben der diplomatischen Mission griff zunächst ein erwachsenes Paar die Kinder verbal an, mit Beleidigungen, unangemessener Ausdrucksweise und Drohungen aufgrund nationaler Intoleranz. Der Konflikt eskalierte dann zu körperlicher Gewalt.
Körperlicher Angriff und Verletzungen
In der Mitteilung des Konsulats heißt es, die Angreifer hätten "dem Kind den Arm verdreht, eine Spielzeugdrohne zerbrochen und die Scherben auf den Jungen geworfen, wodurch er Kratzer erlitt". Das Konsulat betonte, dass die körperliche Gesundheit der Kinder derzeit nicht gefährdet sei, sie jedoch "schweren emotionalen Stress erlitten" hätten.
Die Mutter der Opfer hat bei der Polizei Anzeige erstattet, und die Beamten suchen derzeit nach den am Angriff beteiligten Personen. Konsularbeamte stehen in ständigem Kontakt mit der Mutter der angegriffenen Kinder.
Scharfe Reaktion und angekündigtes Treffen
Das Generalkonsulat der Ukraine in Danzig verurteilte den Vorfall aufs Schärfste. "Wir verurteilen entschieden jede Form von Fremdenfeindlichkeit. Die Frage der Bekämpfung von Intoleranz und der Gewährleistung der Sicherheit der Ukrainer ist eines der zentralen Themen bei dem geplanten Treffen im Konsulat mit der Führung der Woiwodschaft Pommern, den Bürgermeistern und den Polizeikommandanten. Wir werden diesen Fall nicht ohne angemessene rechtliche Reaktion lassen", heißt es in der Mitteilung.
Zunahme von Angriffen auf Ukrainer in Polen
Der Angriff in Bydgoszcz ist kein Einzelfall. In den letzten Wochen wurde in Polen ein starker Anstieg von Angriffen auf ukrainische Staatsbürger verzeichnet. Allein am 8. August 2026 beleidigte ein 39-jähriger Mann in Krakau zwei Ukrainer grob, stellte sich anschließend selbst der Polizei und wurde festgenommen.
Zusätzliche Spannungen verursachte auch der Europaabgeordnete und ehemalige Bürgermeisterkandidat von Warschau, Tobiasz Bocheński, der erklärte, dass seine Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im Falle eines Machtantritts die Abschiebung ukrainischer Männer im wehrfähigen Alter sicherstellen würde, die in Polen nicht legal beschäftigt sind. Das polnische Innenministerium bewertete solche Äußerungen als Populismus.