Die deutsche Regierung hat beschlossen, ihre Bundespolizei-Drohnenabwehreinheit deutlich zu verstärken, wie am Montag, dem 10. August 2026, bekannt gegeben wurde. Die Entscheidung fällt nur wenige Tage, nachdem auf dem strategisch wichtigen Flughafen Leipzig-Halle eine Drohne mit Sprengstoff in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden wurde.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant, die Zahl der Angehörigen dieser Spezialeinheit von derzeit 150 auf insgesamt 300 zu verdoppeln. Neben der Aufstockung des Personals wird die Zahl der Einsatzbasen der Einheit von vier auf acht im gesamten Bundesgebiet steigen, bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Minister erwähnt Beteiligung einer 'ausländischen Macht'
Dobrindt bezeichnete den Vorfall der vergangenen Woche am Flughafen in Ostdeutschland als "hybrides Angriffsszenario" und deutete eine mögliche Beteiligung einer "ausländischen Macht" an. Die Drohne war nach inoffiziellen Informationen des Wochenmagazins Die Zeit, die sich auf Aufnahmen von Sicherheitskameras stützen, einige Stunden, bevor sie gegen Mitternacht von einem Flughafenmitarbeiter entdeckt wurde, vom Flügel einer Antonov-Maschine abgeprallt. Warum der Sprengstoff nicht detonierte, bleibt unklar.
Der Flughafen Leipzig-Halle spielt eine Schlüsselrolle beim Transport von Militärausrüstung für die deutschen Streitkräfte und NATO-Verbündete und dient auch als Basis für die ukrainische Antonov Airlines. Deutschland ist einer der größten militärischen Unterstützer der Ukraine.
Russland weist Vorwürfe als 'inszenierte Provokation' zurück
Die deutschen Behörden und andere europäische Länder haben bereits mehrfach unbemannte Fluggeräte über sensiblen Orten wie Flughäfen, Militärbasen und Industrieanlagen bemerkt und vermuten, dass Russland hinter vielen dieser Vorfälle im Rahmen einer Kampagne aus Sabotage, Spionage und Desinformation steckt. Moskau bestreitet jegliche Beteiligung.
Die russische Botschaft wies den Vorfall in Leipzig als "inszenierte Provokation" zurück, die, wie sie ausführte, "nur den Interessen Kiews und des militaristischen Flügels des europäischen politischen Establishments dient".
Neues Forschungszentrum für Drohnentechnologie
Im Rahmen der Stärkung der Kapazitäten zur Bewältigung der wachsenden Bedrohung wird Minister Dobrindt nächste Woche formell ein neues Forschungszentrum für Drohnentechnologie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt eröffnen. Dieser Schritt unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der Berlin die Verwundbarkeiten kritischer Infrastruktur und militärischer Logistikdrehkreuze im Zeitalter moderner asymmetrischer Kriegsführung angeht.