Der amtierende Weltmeister Lando Norris holte sich beim Großen Preis von Ungarn seinen ersten Saisonsieg 2026, nach einem harten internen Kampf mit seinem Teamkollegen Oscar Piastri und einer dramatischen Wendung, die den Australier aus dem Rennen warf. Norris erklärte später, dass er "in jeder Hinsicht besser als Piastri" gewesen sei, wie F1 World Magazine berichtet.
McLarens interner Kampf und strategische Entscheidungen
Das 70 Runden dauernde Rennen auf dem Hungaroring begann mit einer Wendung: Piastri überholte Norris in Kurve 2, nachdem der Brite weit gegangen war. Der Australier hielt die Führung bis zu den ersten Boxenstopps. McLaren rief Piastri in Runde 16 herein, um Lewis Hamilton und Max Verstappen abzudecken, Norris kam eine Runde später. Der entscheidende Moment ereignete sich beim zweiten Boxenstopp: Piastri kam erneut früher, in Runde 33, während Norris sauberere Luft und Vollgas nutzte. "Als Lando losgelassen wurde, war sein Tempo einfach mega. Ich glaube, er hat etwa eine halbe Sekunde pro Runde gefunden", sagte Teamchef Andrea Stella auf der offiziellen Formel-1-Website.
Zusammenstoß mit Sainz und Piastris Ausfall
Piastris Rennen begann sich in Runde 39 aufzulösen, als er versuchte, den überrundeten Carlos Sainz (Williams) zu überholen. Der Spanier fuhr kurz in Kurve 2 raus und kehrte dann abrupt auf die Rennlinie zurück, wobei es zum Kontakt mit dem führenden McLaren kam. "Zu diesem Zeitpunkt funktionierten die blauen Flaggen nicht, daher war es vielleicht schwerer als sonst, im Rückspiegel zu erkennen, was passiert", erklärte Stella. Sainz erhielt eine Fünf-Sekunden-Strafe, aber das tröstete Piastri nicht, der per Teamfunk wütend die Strategie kommentierte. Stella bestätigte, dass der Australier sich nach dem Rennen entschuldigte: "Gleich nach dem Rennen stellte Oscar klar, dass dies ein Kommentar im Zorn war". Das war noch nicht das Ende: Piastri schied schließlich aufgrund eines Getriebeschadens aus, und Norris übernahm nach seinem Boxenstopp in Runde 39 die Führung und gab sie nicht mehr ab.
Norris bestätigt Dominanz, Verstappen und Antonelli auf dem Podium
Norris kam in Runde 56 noch einmal unter dem virtuellen Safety-Car für weiche Reifen, aber sein Vorsprung wuchs nur. Max Verstappen im Red Bull schimpfte das gesamte Rennen über "aerodynamische Degradation, schlechtes Handling und ungleichmäßiges Schalten", wie Sky Sports berichtet, wurde aber Zweiter, nachdem er Hamiltons Ferrari überholt hatte. Den dritten Platz belegte Kimi Antonelli (Mercedes), der damit seine Führung in der Meisterschaft weiter ausbaute: Er führt vor Hamilton mit 50 Punkten und vor seinem Teamkollegen George Russell mit 59 Punkten. Das Rennen endete mit noch 291 verbleibenden Punkten bis zum Saisonende.
Hamiltons Strafe und weitere Neuigkeiten aus Ungarn
Lewis Hamilton erhielt nach dem Rennen eine Strafe wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse von lediglich 0,1 km/h, was ihn eine Position kostete. Sky-Sports-Kommentator Martin Brundle erklärte, Hamilton habe den Begrenzer früher losgelassen, um Antonelli an der Sicherheitslinie zu überholen, jedoch erfolglos. Übrigens war es McLarens 14. Sieg in Hungaroring, und wie die Reddit-Community r/Formula1 hervorhebt, erzielte Norris, genau wie Hamilton 17 Jahre zuvor, seinen ersten Sieg als Titelverteidiger beim GP von Ungarn am 26. Juli.
Unterdessen berichtet Sky Sports auch von Neuigkeiten abseits der Strecke: Der Große Preis von Bahrain wurde nach Sepang (Malaysia) verlegt aus Sicherheitsgründen im Nahen Osten, und es besteht die Möglichkeit, dass auch Abu Dhabi nicht stattfindet; als Ersatz wird Katar genannt. Zudem wechselt Gwen Lagrue, bisheriger Mercedes-Fahrerscout, zu Red Bull als Ersatz für Helmut Marko. Die Saison wird nach der Sommerpause mit einem Sprint-Wochenende in Zandvoort vom 21. bis 23. August fortgesetzt.