An einer Schule in Ludwigshafen, die in den vergangenen Monaten in deutschen Medien als eine der herausforderndsten des Landes bezeichnet wurde, wird eine neue Schulleitung eingesetzt. Die Entscheidung, die bisherige Schulleitung abzulösen, trafen das Bildungsministerium des Landes und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier; sie wurde eine Woche nach Beginn des neuen Schuljahres bekannt gegeben.
In den letzten Monaten haben die Probleme an dieser Schule großes öffentliches und politisches Interesse hervorgerufen. Zu den genannten Problemen gehörten Gewalt in den Fluren, Böllerexplosionen auf dem Schulhof, Messerdrohungen, beleidigendes Verhalten gegenüber Lehrkräften und Schülern sowie Schwierigkeiten einiger Schüler mit Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Schwere der Lage war so groß, dass sich auch der Bildungsausschuss des Landtags von Rheinland-Pfalz damit befassen musste.
Polizei patrouillierte auf dem Hof, Probleme kehrten zurück
Im Frühjahr 2026 patrouillierten Polizisten auf dem Schulhof. Nach dem Polizeieinsatz habe sich die Lage, so die Bildungsbehörden, deutlich verbessert. Es zeigte sich jedoch, dass die Probleme nicht dauerhaft gelöst waren.
"Obwohl sich die Situation nach dem Polizeieinsatz im Frühjahr 2026 deutlich beruhigt hat, hat die intensive Begleitung leider nicht zu der notwendigen nachhaltigen inneren und personellen Stabilisierung der Schule geführt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Bildungsministeriums und der ADD.
Massenhafte Krankschreibungen von Lehrkräften
Ein zusätzliches Problem stellt die hohe Zahl von Lehrkräften dar, die nach den Sommerferien krankgeschrieben wurden. Nach Informationen des öffentlich-rechtlichen Senders SWR wurden zu Beginn des Schuljahres an einem einzigen Tag 15 Lehrkräfte krankgemeldet. In der zweiten Unterrichtswoche waren insgesamt 17 Lehrkräfte krankgeschrieben, was etwa einem Drittel der 54 an der Schule beschäftigten Lehrkräfte entspricht.
Teleskop.hr nennt leicht abweichende Zahlen: 18 von 56 Lehrkräften meldeten sich zu Beginn des neuen Schuljahres krank. Die Quellen sind sich also nicht über die genaue Zahl der krankgeschriebenen Lehrkräfte einig, aber beide Medien bestätigen, dass es sich um ein massenhaftes Phänomen handelt.
Lehrkräfte: "Es ist nicht mehr möglich"
Lehrkräfte hatten zuvor auf ernste Probleme am Arbeitsplatz hingewiesen. Sie berichteten von Beleidigungen und körperlichen Vorfällen sowie von dem Gefühl, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Ein Lehrer beschrieb die Atmosphäre bereits im vergangenen Jahr gegenüber dem SWR mit den Worten, man versuche, "sowohl sich selbst als auch die Kinder zu schützen, aber das sei unter den gegebenen Umständen nicht mehr möglich".
Der bisherige Schulleiter weigerte sich dennoch, die Schüler dieser Schule zu verallgemeinern. Nachdem die Einrichtung das Etikett "gefährlichste Schule Deutschlands" erhalten hatte, warnte er davor, Hunderte von Schülern ungerechtfertigt in einen Topf zu werfen. Nur eine Minderheit der Schüler sei der Polizei bekannt, die übrigen seien "ganz in Ordnung".
Migrationshintergrund und Sprachbarrieren
Hinter dem Bild der Gewalt steht auch eine schwer zu ignorierende Tatsache: In den Realschulen plus in Ludwigshafen, einschließlich der Karolina-Burger-Schule, haben etwa 90 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. Die Schulleiter betonen, dass viele Schüler selbst in der fünften Klasse nicht ausreichend Deutsch können, die Integration in den Regelunterricht schwierig ist und die Kommunikation mit einigen Eltern sehr eingeschränkt ist.
Die frühere Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, Jutta Steinruck, erklärte öffentlich, dass in der deutschen Einwanderungspolitik in den letzten Jahrzehnten Fehler gemacht wurden, und betonte besonders die Bedeutung des Deutschlernens.