Die Entscheidung der Regierung, 90 Millionen Euro für Veteranenrenten bereitzustellen, hat eine heftige Reaktion der Unabhängigen Gewerkschaft für Wissenschaft und Hochschulbildung ausgelöst. Sie sehen darin ein klares Signal an alle, die im öffentlichen Dienst arbeiten: Die Staatskasse ist nicht leer, und sinkende Reallöhne sind keine Notwendigkeit.
Die Gewerkschaft schätzt, dass Premierminister Andrej Plenković mit dieser Aktion erneut seinen politischen Pragmatismus demonstriert hat, insbesondere wenn es darum geht, die Unterstützung seiner eigenen Wähler zu behalten. Dabei verwiesen sie auf eine interessante Entwicklung: Die Initiative der Partei Možemo für mehr Rechte der Veteranen wurde von der HDZ und Regierungsbeamten zunächst "mit dem Messer empfangen", nur wenige Wochen später präsentierte der Premierminister jedoch einen fast identischen Vorschlag, neu verpackt und auf die genannten 90 Millionen Euro geschätzt, als Regierungsprojekt.
Doppelte Maßstäbe bei der Verwendung des Haushalts
Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass dadurch die Wahrheit über die angebliche Notwendigkeit des Gürtel-Enger-Schnallens und der "Abkühlung der Wirtschaft" offengelegt wurde, diese Geschichten, so behaupten sie, gelten nicht für alle gleichermaßen. Als bestes Beispiel nennen sie das Vorgehen des Ministeriums für Wissenschaft und Bildung, das kürzlich eine Reihe begründeter Forderungen nach Beendigung der Diskriminierung von Universitätslehrkräften abgelehnt hat.
"Das Ministerium, obwohl es die Diskriminierung anerkennt, weigert sich, sie zu beseitigen, mit der Begründung fehlender Mittel. Zum Vergleich: Es handelt sich um einen Betrag von einigen zehntausend Euro pro Jahr", so die Unabhängige Gewerkschaft für Wissenschaft und Hochschulbildung.
Besonders stört sie der Kontrast in der Herangehensweise der beiden Minister. Wie sie ausführen, begründet Veteranenminister Tomo Medved mit unglaublicher Leichtigkeit die Kosten von fast 90 Millionen Euro, ohne eine weitere Erhöhung auszuschließen, während das Ressort für Wissenschaft und Bildung nicht in der Lage ist, auch nur einen Bruchteil dieses Geldes für ein Problem bereitzustellen, dessen Existenz es selbst anerkennt.
"Bildung und Wissenschaft müssen politisch relevant werden"
Angesichts des allgemeinen Anstiegs der Preise und Löhne im privaten Sektor warnt die Gewerkschaft, dass eine Korrektur der Bemessungsgrundlage im öffentlichen Dienst sowie eine deutlichere Erhöhung der Einkommen im Bildungswesen dringend erforderlich sind. "Deshalb müssen Bildung und Wissenschaft politisch relevant werden", so ihre Botschaft.
Der Hauptgeschäftsführer der Gewerkschaft, Matija Kroflin, warnte, dass diese Politik eine ernste Botschaft vermittle. "Die Veteranenpopulation ist der HDZ und dem Premierminister wichtig, während Lehrer, Dozenten, Professoren, Wissenschaftler und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst offenbar derzeit nicht wichtig sind. Das ist eine Botschaft, der sich die Beschäftigten in Bildung und Wissenschaft sowie alle Gewerkschaften, die in diesen Systemen tätig sind, bewusst sein sollten", sagte Kroflin.