Am Dienstag hat der Elektroautofahrerverband "Strujni krug" seine Kommentare zum Entwurf der Verordnung über Bauwerke und Arbeiten, die keine Baugenehmigung erfordern, eingereicht. Nach ihrer Analyse legt die neue Regelung des Bauministeriums erstmals ausdrücklich besondere Bedingungen, Anschlussbedingungen und Bescheinigungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften für die Installation von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge fest, was die bisherige Regelung nicht verlangte.
Der Verordnungsentwurf ist bis zum 3. September 2026 auf dem Portal eSavjetovanja für die öffentliche Konsultation geöffnet. "Strujni krug" appelliert an alle Besitzer von Elektroautos, sich aktiv zu beteiligen und ihre Anmerkungen zu Artikel 9 des Entwurfs einzubringen.
Von der Box an der Wand zum Hauptprojekt
Laut Vorschlag müsste ein Eigenheimbesitzer, der eine Ladeeinheit für sein eigenes Auto an der Garagenwand installiert, ein Hauptprojekt, besondere Bedingungen, Anschlussbedingungen und Bescheinigungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften einholen. Zusätzlich müsste er den Baubeginn anzeigen, einen GML-Datensatz der Koordinaten der Bruchpunkte beifügen und eine fachliche Bauaufsicht sicherstellen.
Der Verband betont, dass diese Änderung zusätzliche finanzielle Belastungen für Hausbesitzer schafft, die eine Wandladestation installieren möchten. Neben geschätzten mehreren hundert Euro an Zusatzkosten besteht auch die Möglichkeit monatelanger Wartezeiten auf die Genehmigung.
Vier Tonnen Gas ohne Papier, Ladegerät nicht
"Strujni krug" weist auf eine Ungereimtheit im Entwurf hin: Derselbe Entwurf erlaubt es, ohne Baugenehmigung und Hauptprojekt Heizungs-, Kühl- oder Klimaanlagen bis 30 kW sowie Paletten mit Flüssiggasflaschen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 4000 Kilogramm zu installieren.
"Der Staat hat entschieden, dass eine Box an der Garagenwand ein ernsthafter Bauvorhaben ist, vier Tonnen Gasflaschen jedoch nicht. Wir fordern nicht, dass etwas ohne Kontrolle und ohne Fachkenntnis ausgeführt wird, sondern nur, dass ein Autoladegerät zumindest so mild behandelt wird wie eine Klimaanlage mit höherer Leistung, die dieselbe Verordnung ohne ein einziges Papier erlaubt", sagte Hrvoje Prpić, Präsident des Verbands "Strujni krug".
Nach dem Vorschlag des Verbands sollte Wechselstrom-Ladeausrüstung mit einer Leistung bis 22 kW, die für den Hausgebrauch Standard ist, ohne Baugenehmigung und Hauptprojekt installiert werden können, unter der Bedingung, dass sie an eine bestehende und geprüfte Installation angeschlossen wird. Ladegeräte mit höherer Leistung und Gleichstromausrüstung würden weiterhin strengeren Regeln unterliegen.
Verpflichtung aus der EU-Richtlinie
"Strujni krug" weist auch auf die Verpflichtung aus dem EU-Recht hin. Artikel 14 Absatz 8 der Richtlinie (EU) 2024/1275 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Verfahren für die Installation von Ladestationen in bestehenden Wohn- und Geschäftsgebäuden zu vereinfachen, zu rationalisieren und zu beschleunigen sowie administrative Hindernisse, einschließlich der Verfahren öffentlicher Stellen zur Erteilung von Genehmigungen und Zustimmungen, zu beseitigen. Die Frist für die Umsetzung dieser Bestimmung in kroatisches Recht ist am 29. Mai 2026 abgelaufen.
Der Verband "Strujni krug" zählt mehr als 1300 Mitglieder, die Elektrofahrzeuge in Kroatien fahren. Prpić ruft alle Fahrer dazu auf, sich an der öffentlichen Konsultation zu beteiligen, denn das sei, wie er sagt, der günstigste und schnellste Weg, etwas zu ändern.
"Dies ist der günstigste und schnellste Weg, etwas zu ändern. Beschwerden und Verwaltungsstreitigkeiten dauern Jahre, und jetzt haben wir die Möglichkeit, gehört zu werden, während die Verordnung noch geschrieben wird. Deshalb rufen wir alle Elektroautofahrer auf, sich bis zur öffentlichen Konsultation zu beteiligen. Wenn wir genug sind, können unsere Anmerkungen nicht übergangen werden. Wir laden sie auch ein, sich uns im gemeinsamen Kampf für klare und vernünftige Regeln anzuschließen, denn eine größere Mitgliederzahl bedeutet auch mehr Einfluss in Konsultationen und Gesprächen mit Institutionen", fügte Prpić hinzu.