Ein neuer Waldbrand ist am Montagmorgen, dem 10. August 2026, südöstlich von Athen ausgebrochen, teilten die griechischen Feuerwehrbehörden mit. Das Feuer entstand in der Nähe der Siedlung Kouvaras, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, in der Region Attika, und seine schnelle Ausbreitung wird durch starke Winde mit Geschwindigkeiten von über 70 km/h begünstigt.
Die griechische Feuerwehr gab auf der Plattform X bekannt, dass mindestens 172 Feuerwehrleute mit etwa 40 Fahrzeugen im Einsatz sind. An der Luftbekämpfung beteiligen sich auch "zwei Löschflugzeuge und vier Hubschrauber", fügte die Behörde hinzu. Der öffentliche Rundfunk ERT News berichtete, dass die Flugzeuge das betroffene Gebiet wegen der "die Richtung wechselnden" Windböen nur schwer überfliegen können.
Notfall-Evakuierung des Dorfes Agios Stylianos
Wegen der unmittelbaren Gefahr ordnete der griechische Zivilschutz die Evakuierung des Dorfes Agios Stylianos an, das in der Nähe von Kouvaras liegt. Dies ist bereits der zweite große Brand in der Umgebung von Athen in diesem Sommer, was die ohnehin erschöpften Feuerwehrkräfte zusätzlich belastet und die Bevölkerung beunruhigt.
Zur Erinnerung: Erst vor zehn Tagen war nordwestlich der griechischen Hauptstadt ein großes Feuer ausgebrochen. Dieser Brand, der durch Windböen von bis zu 130 km/h angefacht wurde, konnte erst nach fünf Tagen unter Kontrolle gebracht werden. Bei dieser Katastrophe wurden mehr als 11.000 Hektar Kiefernwald, Macchia und landwirtschaftliche Flächen zerstört.
Menschenleben und verheerende Statistiken
Die Bekämpfung des vorherigen Brandes hatte auch ein tragisches Ende. Zwei Besatzungsmitglieder eines Hubschraubers kamen bei einer Kollision mit einem anderen Hubschrauber ums Leben, während sie gegen die Flammen kämpften. Diese Ereignisse verdeutlichen den immer höheren Preis, den Griechenland im Kampf gegen Brände zahlt, deren Häufigkeit und Intensität zunehmen.
Experten warnen vor dem alarmierenden Ausmaß der Schäden in der Region Attika. Nach Angaben von Nachrichtenagenturen sind von 2017 bis 2026 in dieser Region 42 Prozent der gesamten Waldfläche in nur 15 großen Bränden verbrannt. Besonders dramatisch ist die Lage im Westen Attikas, wo sogar 64 Prozent der Wälder zerstört wurden. Griechenland bleibt in höchster Alarmbereitschaft, und für mehrere Regionen gilt weiterhin eine sehr hohe Waldbrandgefahr, die mit Stufe 4 auf einer Skala von 5 angegeben wird.