Neues Projekt für 12.000 Behandelte: Leichter zurück in den Beruf
Die Regierungskommission hat ein erweitertes Programm zur sozialen Reintegration verabschiedet, das erstmals auch Menschen mit Alkohol-, Spiel- und Videospielsucht einschließt.
Die Regierungskommission hat ein erweitertes Programm zur sozialen Reintegration verabschiedet, das erstmals auch Menschen mit Alkohol-, Spiel- und Videospielsucht einschließt.
Rund 12.000 Menschen in Kroatien werden jährlich wegen Problemen mit Drogen, Alkohol, Glücksspiel und Videospielen behandelt. Das neue Projekt zur sozialen Reintegration soll ihnen einen leichteren Weg zurück in den Alltag ermöglichen. Das Programm wurde Ende Juli 2026 von der Regierungskommission für Suchterkrankungen und Verhaltensabhängigkeiten verabschiedet und bringt eine bedeutende Neuerung: Erstmals umfasst es auch Personen, die wegen Alkohol-, Glücksspiel- oder Videospielsucht in Behandlung sind, nicht nur Drogenabhängige.
Experten des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (HZJZ) betonen, dass die soziale Reintegration eine entscheidende Phase der Genesung ist. Nach Abschluss der Behandlung stehen viele vor Arbeitslosigkeit, Schulabbruch, zerrütteten Familienverhältnissen und Stigmatisierung. Ziel des Projekts ist es, sicherzustellen, dass Erfolg nicht nur an Abstinenz gemessen wird, sondern auch an der Fähigkeit, wieder selbstständig zu leben, zu arbeiten und am Gemeinschaftsleben teilzunehmen.
Das Projekt basiert auf vier Handlungsfeldern: Bildung, Beschäftigung, Wohnraum und psychosoziale Unterstützung. Den Nutzern wird ermöglicht, die Grund- oder Sekundarschulbildung abzuschließen, sich umzuschulen oder an anderen Programmen der Erwachsenenbildung teilzunehmen. Die Kroatische Arbeitsagentur wird Berufsberatung anbieten, um Berufe auszuwählen, die den Fähigkeiten und den Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen.
Darüber hinaus werden Workshops zur aktiven Arbeitssuche und Karriereentwicklung organisiert, und die Bildung wird auch über ein Gutscheinsystem finanziert. Um zu vermeiden, dass Menschen nach der Behandlung ohne Unterstützung dastehen, werden spezielle Koordinatoren im Gesundheits-, Sozial- und Beschäftigungssystem benannt, die die Nutzer durch alle Phasen der Genesung begleiten.
Das neue Projekt knüpft an das Resozialisierungsprogramm an, das in Kroatien seit 2007 läuft. Nach Angaben des HZJZ haben bis Ende 2025 1.346 Personen eine Berufsberatung und Arbeitsfähigkeitsbewertung durchlaufen. 437 waren in Bildungsprogramme eingebunden, und 1.224 Nutzer erhielten das Recht auf eine vom Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Jugend finanzierte Ausbildung.
In diesem Zeitraum fanden 1.235 Personen eine Anstellung, während mehr als 15.000 Nutzer verschiedene Formen psychosozialer Unterstützung von Organisationen der Zivilgesellschaft in Anspruch nahmen. Auch die Finanzierung des Programms steigt: Im Jahr 2025 wurden rund 540.000 Euro bereitgestellt, was einer Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Das Projekt spiegelt ein verändertes Verständnis von Sucht wider. Neben traditionellen Drogenproblemen wird zunehmend Aufmerksamkeit auf Verhaltensabhängigkeiten wie Glücksspiel und Videospielen gelegt. Personen, die wegen dieser Störungen behandelt werden, erhalten nun erstmals Zugang zu denselben Maßnahmen der sozialen Reintegration. Zudem sind spezielle Programme für Frauen, Minderjährige und andere gefährdete Gruppen vorgesehen, sowie der Abbau einiger administrativer Hürden für die Teilnahme am Programm.
Die Umsetzung wird systematisch durch interne und externe Evaluationen überwacht, einschließlich der Anzahl der einbezogenen Nutzer, ihrer Beschäftigung, der Nutzung von Unterstützungsmaßnahmen und der Kontinuität der Behandlung. Das übergeordnete Ziel ist es, Stigmatisierung zu reduzieren, die Selbstständigkeit von Menschen in Genesung zu stärken und das Risiko eines Rückfalls zu verringern, damit die Genesung in einer dauerhaften Integration in die Gemeinschaft endet und nicht nur im Verlassen des Behandlungssystems.