35 Jahre seit der Vertreibung aus Kostajnica
Mit einem runden Tisch und einer Ausstellung im Rathaus wird an den Tag erinnert, an dem etwa zweitausend Kroaten unter Waffengewalt ihre Häuser verlassen mussten.
Mit einem runden Tisch und einer Ausstellung im Rathaus wird an den Tag erinnert, an dem etwa zweitausend Kroaten unter Waffengewalt ihre Häuser verlassen mussten.
Im Rathaus von Hrvatska Kostajnica fand Ende Juli ein runder Tisch statt, mit dem der 35. Jahrestag der Vertreibung der kroatischen Bevölkerung aus dieser Stadt begangen wurde. Am 31. Juli 1991 wurden etwa zweitausend Menschen unter dem Druck der Angriffe der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) und serbischer paramilitärischer Einheiten gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.
Die Veranstaltung, die von der Stadt Hrvatska Kostajnica und dem Verein Za Vukovar unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für kroatische Veteranen und der Gespanschaft Sisak-Moslavina organisiert wurde, begann mit einer Schweigeminute für alle gefallenen Verteidiger und zivilen Opfer. Bei der Veranstaltung sprachen der Bürgermeister Dalibor Bišćan und Brigadegeneral Željko Kalić, der als Abgesandter von Tomo Medved, dem Vizepräsidenten der Regierung und Minister für kroatische Veteranen, teilnahm.
Der Moderator und Organisator der Veranstaltung, Damir Luka Saftić, Autor einer in Vorbereitung befindlichen Monographie über Hrvatska Kostajnica im Heimatkrieg, gab eine einleitende Übersicht über die Ereignisse. Es wurde betont, dass der massenhafte Abzug der Bevölkerung, zusammen mit den Polizeikräften und den Spezialeinheiten "Rode" aus Varaždin und Zagreb, die Folge von mehrtägigen Mörserangriffen, Luftangriffen der JNA, Morden in Straßenhinterhalten und systematischer Einschüchterung war.
Besonders erinnert wurde an das Massaker an kroatischen Zivilisten in Struga und den umliegenden Dörfern, das sich nur wenige Tage vor der Vertreibung ereignete. Die Angst und Unsicherheit unter den Bewohnern wurde zusätzlich durch die Zeugnisse zahlreicher Vertriebener verstärkt, die aus dem kroatischen Pounje-Gebiet eintrafen und die erschreckende Realität schilderten, die sich näherte.
Vor der Diskussion wurde die dokumentarische Fotoausstellung "Zeugnisse der Vertreibung" eröffnet, deren Autoren Alija Krupić und der verstorbene Željko Grgurinović sind. Gezeigt wurden auch authentische Videoaufnahmen, die am Tag der Vertreibung selbst, dem 31. Juli 1991, entstanden sind.
Beim runden Tisch teilten die Teilnehmer dieser Ereignisse ihre persönlichen Zeugnisse mit: Dražen Sopina, stellvertretender Kriegskommandant der Spezialeinheit der Polizei "Ris" der Polizeidirektion Kutina, Tvrtko Sokler, Reservepolizist der Polizeistation Hrvatska Kostajnica, Krankenschwester Anđelka Dukić, Teilnehmerin am Flüchtlingstreck Marija Krupić, Geschichtslehrer Filip Babić sowie der damalige Pfarrer von Kostajnica, Krešimir Bulić.
Sie sprachen über die Verteidigung der Stadt, die Arbeit mit Verwundeten, die Umstände der erzwungenen Abreise sowie die Rolle der Kirche und der lokalen Gemeinschaft in den Kriegsmonaten des Jahres 1991. Die Teilnehmer betonten, dass die Bewahrung zuverlässiger Zeugnisse und Archivmaterialien entscheidend für das Verständnis der Kriegsereignisse und deren Weitergabe an jüngere Generationen ist.