Handwerker, deren Jahreseinnahmen 40.000 Euro nicht übersteigen, werden ab dem 1. Januar 2027 keine Erhöhung der Steuerlast spüren. Dies bestätigte Đurđica Mostarčić, Leiterin der Sektion für Rechnungswesen und Buchhaltung der Kroatischen Handwerkskammer (HOK), nachdem die Entwürfe der Änderungen des Beitragsgesetzes und des Einkommensteuergesetzes am 11. August 2026 in die E-Konsultation geschickt wurden.
Der neue Vorschlag ist deutlich milder als die ursprüngliche Version des Finanzministeriums, die die Abschaffung der ersten Steuerklasse und deutlich höhere Abgaben in den höheren Klassen vorsah. "In der Regel ist das Pauschalhandwerk immer noch der Hauptgewinner", sagte Mostarčić in der HRT-Sendung Studio 4 und betonte, dass die HOK mit der vorgeschlagenen Lösung nun zufrieden sei.
Die ersten fünf Klassen bleiben unverändert
Die wichtigste Änderung gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag ist die Wiedereinführung der ersten Steuerklasse und das Einfrieren der Verpflichtungen für alle Handwerker mit Einnahmen bis 40.000 Euro, was die ersten fünf Klassen umfasst. Damit wurde die ursprünglich geplante Erhöhung der Steuern und Beiträge vermieden, die in der fünften und sechsten Klasse zwischen 2000 und 3000 Euro pro Jahr betragen hätte.
Um plötzliche Sprünge bei den Verpflichtungen beim Wechsel in eine höhere Klasse zu vermeiden, hat die HOK vorgeschlagen, das Wachstum der Besteuerung auf höchstens 33 Prozent, also etwa 300 Euro pro Jahr, zu begrenzen. Die Kammer hat für Handwerker auch einen Rechner vorbereitet, mit dem sie ihre erwarteten Verpflichtungen im Voraus berechnen und das rentabelste Besteuerungssystem wählen können.
Gutscheine als Lösung für den Arbeitskräftemangel
Neben den Steueränderungen setzt sich die HOK aktiv für die Einführung eines Gutscheinsystems für gelegentliche und vorübergehende Arbeiten ein. Die Maßnahme richtet sich in erster Linie an die Sektoren Gastgewerbe und Bauwesen, wo der ausgeprägteste Arbeitskräftemangel festgestellt wurde. Ziel ist es, Menschen, die zusätzlich arbeiten möchten, die Beschäftigung zu erleichtern und Arbeitgebern die Zahlung der entsprechenden Steuern und Beiträge zu vereinfachen.
Mostarčić betonte, dass für Handwerker die Planbarkeit entscheidend sei, da eine plötzliche Erhöhung der Verpflichtungen ihre Geschäftskalkulationen direkt beeinflusse und zu steigenden Preisen für ihre Dienstleistungen und Produkte führen könne. Die Kammer setzt sich auch für Maßnahmen zum Schutz der heimischen Lebensmittelproduktion und zur Reduzierung der Importe ein, jedoch wurden die Details dieser Vorschläge bisher nicht veröffentlicht.