Ein unglaublicher Anblick erwartete Robert Suvajac beim Tauchen in der Nähe von Zadar. Statt der üblichen Meeresruhe zeigte sich vor ihm eine riesige Unechte Karettschildkröte, die zusätzlich dadurch betont wurde, dass sich Fischernetze um ihren Hals und ihre Flossen gewickelt hatten. Die Begegnung war so beeindruckend, dass er sofort Hilfe suchte.
"Ich tauchte und sah einen Schatten. Als ich mich umdrehte, wurde mir klar, dass da ein großes Geschöpf vor mir war, eine riesige Unechte Karettschildkröte. Ich habe in meinem Leben noch nie eine so große gesehen. Sie wirkte noch größer, weil sich Fischernetze um ihren Hals und ihre Flossen gewickelt hatten. Sofort stieg ich an die Oberfläche und rief die 112 an",
erzählte Suvajac der Slobodna Dalmacija. Der genaue Ort, an dem das Tier gesichtet wurde, wird nicht veröffentlicht, um es vor Neugierigen zu schützen.
Kampf ums Leben im Meer
Suvajac hatte den Eindruck, dass die Schildkröte versuchte, ans Ufer zu gelangen, fast als suche sie Hilfe. Doch ohne geeignetes Werkzeug und im Bewusstsein, nicht zu wissen, wie viel Schaden das Netz bereits angerichtet hatte, entschied er sich, nicht selbst einzugreifen. Er vertraute darauf, dass Experten ihren Zustand beurteilen, obwohl er zunächst an ihren Überlebenschancen zweifelte.
"Ihr Körper war im Wasser, der Kopf draußen. Sie wirkte nicht so, als könnte sie sich gut fortbewegen, deshalb rief ich um Hilfe. Ich hoffe, dass mit ihr alles gut wird",
fügte er hinzu.
Appell des Tierarztes: Nicht selbst versuchen
Die Behörden informierten den Tierarzt Marin Mirčeta aus Zadar über den Fall. Da er kein eigenes Boot hat, bat er die Verkehrspolizisten, während ihrer Streifenfahrten auf das Gebiet zu achten. Dabei richtete er auch eine wichtige Warnung an alle Bürger.
"Leider ist es derzeit technisch nicht machbar, sie zu suchen. In Sekundenschnelle verschwindet sie und taucht an einem anderen Ort auf, so dass es unmöglich ist, sie zu suchen", erklärte Mirčeta gegenüber der Slobodna Dalmacija und betonte, dass jeder Versuch, das Netz eigenmächtig zu entfernen, gefährlich sein kann, da die Schildkröte genug Kraft hat, um einen Menschen in die Tiefe zu ziehen.
Man wartet auf neue Hinweise
Experten können jetzt nur noch warten. "Jetzt können wir nur auf neue Hinweise warten und hoffen, dass in der Nähe ein Boot ist, um sofort zu ihr zu fahren. Dann werden wir sie entweder fixieren, um die Netze zu entfernen und zu sehen, ob Schäden am Körper entstanden sind, oder sie fangen und in die Obhut von Experten übergeben", erläuterte Mirčeta.
Obwohl er zugibt, dass eine solche Situation nicht sofort tödlich ist, betont er, dass die Lebensqualität des Tieres ernsthaft beeinträchtigt ist. "Sie kann lange so leben, aber das wird kein qualitativ hochwertiges Leben sein", warnte er. Falls sie gefangen wird und man feststellt, dass sie menschliche Pflege benötigt, befindet sich das nächste Schutzgebiet auf Lošinj, wo derzeit vier Schildkröten versorgt werden. Es handelt sich um eine streng geschützte Art im gesamten Mittelmeer, die besonders empfindlich auf die Auswirkungen von Fischerei, Klimawandel und Verfangen in Fischereigeräten reagiert.