Der niedrige Wasserstand der Save hat erneut ein längst vergessenes historisches Artefakt freigelegt. Bei Sremska Mitrovica, in der Nähe des Dorfes Drenovac, sind die Überreste des Dampfschleppers 'Slovenac', in der Öffentlichkeit auch als 'Titanic der Save' bekannt, wieder aus dem Wasser aufgetaucht. Dieser stumme Zeuge einer bewegten Vergangenheit liegt seit mehr als acht Jahrzehnten auf dem Flussgrund.
Fotografien des Wracks, aufgenommen von dem Fotografen Antonio Ahel, zeigen Teile des Schiffs, die bei höheren Wasserständen vollständig unter der Oberfläche verborgen sind. Das diesjährige Auftauchen des Wracks ist ein eindrucksvoller Anblick, der die Folgen der anhaltenden Dürre und der extrem niedrigen Flusspegel verdeutlicht.
Von Budapest auf den Grund der Save: Die Geschichte des Schiffs 'Slovenac'
Der Dampfschlepper wurde 1913 in Budapest gebaut, wo er zunächst den Namen 'Vag' trug. Gemäß den Bestimmungen des Vertrags von Paris von 1921, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und den neuen politischen Gegebenheiten in Europa, wurde das Schiff dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugeteilt. Damals wurde es in 'Slovenac' umbenannt, unter diesem Namen ist es in Erinnerung geblieben.
Aufgrund seines geringen Tiefgangs war es ideal für die Schifffahrt auf der Save geeignet und wurde während des größten Teils seiner Arbeitsgeschichte für den Gütertransport und andere Arbeitsaufgaben eingesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm es Kommunikationsaufgaben für die jugoslawische Armee.
Ein tragisches Ende im April 1945
Seine fast dreißig Jahre währende Schifffahrt endete in den letzten Kriegstagen. Im April 1945, in der Nähe von Sremska Mitrovica, genauer gesagt beim Dorf Drenovac, lief die 'Slovenac' auf eine deutsche Magnetmine. Nach einer heftigen Explosion sank das Schiff am rechten Ufer der Save, wo seine Überreste bis heute liegen und darauf warten, vom Fluss wieder freigelegt zu werden.