Opatija zahlt Bürgern bis zu 250 Euro für Hinweise auf illegale Abfälle
Neuer Gemeinderatsbeschluss sieht Geldprämien für Informationen vor, die zur Überführung von Tätern führen, sowie Videoüberwachung und Strafen bis zu 1.320 Euro
Neuer Gemeinderatsbeschluss sieht Geldprämien für Informationen vor, die zur Überführung von Tätern führen, sowie Videoüberwachung und Strafen bis zu 1.320 Euro
Die Stadt Opatija bereitet eine neue Verordnung zur Verhinderung der Abfallentsorgung vor, die Geldprämien für Bürger einführen könnte, die Informationen über Personen liefern, die illegal Abfall entsorgen. Der Entwurf wurde am 18. August 2026 zur Konsultation mit der interessierten Öffentlichkeit versandt, und die Bürger können ihre Vorschläge bis zum 16. September 2026 einreichen, wie Fiuman.hr berichtet.
Gemäß dem vorgeschlagenen Beschluss beträgt der Höchstbetrag der Prämie 250 Euro. Um diese zu erhalten, muss eine Person ausreichend detaillierte Informationen liefern, die die Identifizierung des Täters ermöglichen, wie vollständiger Name, Firmenname oder Kennzeichen des Fahrzeugs, sowie einen Beweis, der ihn mit dem illegal entsorgten Abfall in Verbindung bringt. Zulässige Beweise umfassen Fotos, Videoaufnahmen, unterschriebene Zeugenaussagen oder andere geeignete Materialien.
Die meldende Person müsste sich zudem schriftlich verpflichten, im Verfahren gegen den Täter auszusagen, falls erforderlich. Über die Anwendung der Prämienmaßnahme im Einzelfall würde der Bürgermeister von Opatija durch besonderen Beschluss entscheiden. Die Stadt betont in der Begründung, dass der Zweck nicht die öffentliche Bloßstellung der Täter ist, sondern die Ermutigung der Bürger, Informationen über offizielle Kanäle zu übermitteln, insbesondere an Orten, an denen Abfall häufig illegal entsorgt wird und andere Maßnahmen keine Ergebnisse gebracht haben.
Die neue Verordnung soll die bestehende Regelung aus dem Jahr 2018 ersetzen und die Regeln von Opatija an das aktuelle Abfallwirtschaftsgesetz anpassen. Zu den Präventionsmaßnahmen gehören weiterhin die Information der Bürger, die Führung von Aufzeichnungen und die Videoüberwachung von Standorten mit halbversenkten Containern sowie anderen Problemstellen. Geplant ist auch die Installation physischer Barrieren, einschließlich Rampen, Schranken und Zäune, um den Zugang zu problematischen Standorten zu verhindern.
Die kommunalen Ordnungskräfte würden Kontrollen vor Ort durchführen und Standorte illegal entsorgten Abfalls erfassen. Wenn der Täter identifiziert wird, kann der Ordnungsdienst eine Anordnung erlassen, die ihm die Beseitigung des Abfalls innerhalb einer Frist von höchstens 15 Tagen auferlegt. Kommt der Verpflichtete dem nicht nach, kann die Stadt die Beseitigung auf eigene Kosten organisieren und anschließend die Erstattung der entstandenen Kosten von der verantwortlichen Person verlangen. Falls der Täter nicht identifiziert werden kann, übernimmt die Stadt die Kosten der Beseitigung.
Der Entwurf sieht auch Bußgelder vor. Für eine juristische Person, die verpflichtet ist, illegal entsorgten Abfall zu beseitigen, beträgt die Strafe 1.320 Euro, während die verantwortliche Person innerhalb dieser juristischen Person 260 Euro zahlt. Gewerbetreibende und andere Selbstständige können mit 660 Euro bestraft werden, natürliche Personen mit 260 Euro.
Die Stadt Opatija betont, dass die neue Verordnung keine zusätzliche Belastung für den Stadthaushalt darstellen sollte, da die Überwachung aus regulären Aktivitäten finanziert wird und die erhobenen Bußgelder zusätzliche Einnahmen bringen könnten. Ob die vorgeschlagenen Maßnahmen in ihrer aktuellen Form umgesetzt werden, wird sich nach der öffentlichen Konsultation und der endgültigen Entscheidung des Gemeinderats zeigen.