Die archäologische Untersuchung des vor dem Kap Franina bei Premantura gesunkenen niederländischen Schiffes bringt immer interessantere Funde ans Licht. Das Team des Internationalen Zentrums für Unterwasserarchäologie aus Zadar, unter der Leitung von Doc. Dr. Luka Bekić, entschlüsselt seit sechs Jahren die Geheimnisse des Schiffes, das vor etwa 400 Jahren sank. Die diesjährigen Untersuchungen führten zur Entdeckung von Gegenständen, die erstmals in der Adria dokumentiert wurden, und einige sind selbst in Venedig nicht zu finden.
Einzigartige Funde am Grund der Adria
Unter den bedeutendsten Funden sticht ein vollständig erhaltener Bartmann-Krug hervor, der einzige seiner Art in der Adria. Daneben entdeckten die Archäologen auch militärische Ausrüstung, darunter einen vollständig erhaltenen Metallhelm vom Typ Morion. "Einige der gefundenen Gegenstände wurden erstmals in der Adria dokumentiert, und manche sind nicht einmal in Venedig zu finden, das damals eine der größten Städte der Welt war", sagte Roko Surić, stellvertretender Leiter der Untersuchung, gegenüber Glas Istre.
Neben Surić gehören zum Team auch Dr. Šime Vrkić und Maja Kaleb vom Zentrum in Zadar, und der Untersuchung schloss sich ein Team internationaler Experten aus den Niederlanden, Italien, Slowenien, Deutschland, der Slowakei, Rumänien und Kroatien an. Etwa zehn Archäologen sind in der Basis in Banjole untergebracht.
Rekonstruktion einer 400 Jahre alten Geschichte
Die Untersuchung begann im Jahr 2020, und bisher wurden etwa 80 Quadratmeter des Schiffes erforscht. "Die Schiffskonstruktion und die gefundenen Gegenstände deuten darauf hin, dass es sich um ein Schiff aus den Niederlanden handelt, das Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts sank", erklärte Surić. Besondere Aufmerksamkeit wird der Reinigung und Dokumentation der hölzernen Schiffskonstruktion gewidmet, und auf der Fundstelle stechen auch Eisenkanonen hervor, die am Meeresboden konserviert werden.
Jeder Fund wird präzise markiert und dokumentiert, um am Ende die gesamte Geschichte dieser Fundstelle rekonstruieren zu können. "Stück für Stück setzen wir das Puzzle zusammen, aber es werden noch Jahre der Forschung nötig sein, um alle Geheimnisse dieses Schiffes vollständig zu enthüllen", fügte Surić hinzu. Er betonte auch, dass das Tauchen an dieser bedeutenden Stätte verboten ist und Besuche nur mit einer speziellen Genehmigung des Ministeriums für Kultur und Medien der Republik Kroatien gestattet sind.