Panetta warnt: USA sind nicht bereit für China
Der ehemalige CIA- und Pentagon-Chef betont, dass die Erfahrungen aus der Ukraine und dem Nahen Osten die Kriegsführung verändern und Peking die Verwundbarkeiten Washingtons genau beobachtet.
Der ehemalige CIA- und Pentagon-Chef betont, dass die Erfahrungen aus der Ukraine und dem Nahen Osten die Kriegsführung verändern und Peking die Verwundbarkeiten Washingtons genau beobachtet.
Amerikanische Militär- und Geheimdienstkreise warnen zunehmend lauter, dass die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten die Art und Weise, wie Großmächte künftige Kriege bewerten, grundlegend verändern. Die bisherigen Planungsmodelle reichen nach diesen Einschätzungen nicht mehr aus, um sich den neuen Bedrohungen zu stellen, die sich auf der globalen Bühne rasant entwickeln.
Der ehemalige CIA- und Pentagon-Chef Leon Panetta hat ausdrücklich davor gewarnt, dass die Vereinigten Staaten aus den Kriegen in der Ukraine und im Iran wichtige Lehren ziehen müssen, wenn sie für eine mögliche Konfrontation mit China gerüstet sein wollen. Nach seiner Einschätzung beobachtet Peking die amerikanischen Schwächen genau, während Washington derzeit nicht bereit für einen direkten Wettstreit mit China ist.
Panetta betonte, dass der Krieg in der Ukraine eindrucksvoll gezeigt habe, wie sehr Drohnen den Verlauf eines Konflikts verändern können, selbst gegen eine gewaltige Militärmacht wie Russland. "Der ukrainische Einsatz von Drohnen verursacht erhebliche wirtschaftliche Verluste und großen Schaden, was zeigt, welches Potenzial diese Technologie besitzt", sagte Panetta.
Der frühere Chef der Geheimdienstgemeinschaft warnte, dass China dasselbe Prinzip gegen die Vereinigten Staaten anwenden könnte, mit einem massiven Drohnenangriff, der auf die nationale Sicherheit der USA abzielt. Er betonte, dass die USA derzeit nicht auf ein solches Szenario vorbereitet seien und ein "sehr verwundbares Ziel" für diese Art von Bedrohung darstellten.
Neben unbemannten Luftfahrzeugen lenkte Panetta die Aufmerksamkeit auch auf die Entwicklung von Quantencomputersystemen. Nach seinen Worten gibt es Behauptungen, dass China bereits über solche Technologien verfügt, was die Besorgnis über den technologischen Vorsprung Pekings und ein mögliches Zurückfallen des Westens weiter verstärkt.
Panetta ist der Ansicht, dass sowohl Russland als auch China kontinuierlich und sorgfältig die Entschlossenheit Washingtons bewerten. Er erinnerte daran, dass Wladimir Putin nach seiner Einschätzung jahrelang abgewogen habe, ob die Vereinigten Staaten stark genug seien, um sich Moskau entgegenzustellen. Nach der amerikanischen Reaktion auf die Ereignisse auf der Krim sowie der Entwicklung der Lage in Afghanistan sei Putin, so Panetta, zu dem Schluss gekommen, dass die USA schwach seien.
"China trifft nun seine eigenen Einschätzungen auf der Grundlage desselben Bildes amerikanischer Schwäche, das es in den internationalen Beziehungen sieht", sagte Panetta und fügte hinzu, dass dies direkte Auswirkungen auf künftige strategische Entscheidungen Pekings haben könnte. China gilt seit Jahren als der wichtigste potenzielle Gegner der USA in den Plänen amerikanischer Militärstrategen, weshalb praktisch die gesamte amerikanische Militärplanung auf der Annahme eines möglichen Konflikts zwischen Washington und Peking basiert.
Amerikanische Militäranalysten bewerten gleichzeitig, dass Washington die Ukraine stark unterstützt, um eine weitere Stärkung Russlands zu verhindern und Moskau von einer intensiveren militärischen Zusammenarbeit mit China abzuhalten, die gegen die Vereinigten Staaten gerichtet ist.