Wieder ist ein Jahrestag der militärisch-polizeilichen Operation 'Oluja' vergangen, und der bittere Geschmack im Mund des Volkes und der Verteidiger bleibt derselbe. In seiner auf dem Portal Cronika.hr veröffentlichten Kolumne übt der Autor Mladen Pavković scharfe Kritik am staatlichen Protokoll der Feier in Knin und betont die unverständliche Trennung zwischen der politischen 'Elite' und denen, die den Staat geschaffen haben.
Während die Politiker bequem auf nummerierten Stühlen auf dem Sportplatz von Dinara saßen, waren das Volk und die Verteidiger isoliert und zusammengepfercht auf den Tribünen. Die Fernsehübertragung zeigte diese Kluft deutlich, und eine besondere Absurdität ereignete sich auf der Festung von Knin, wo die Bürger die historischen Ereignisse über eine Videowand verfolgen mussten. Aufgrund der Temperatur von 40 Grad und der grellen Sonne war auf den Bildschirmen kaum etwas zu erkennen.
"Das Volk hat genug von politischen Absperrungen und sterilen Reden. Die Menschen gehen dorthin, wo man aufrichtigen Stolz spürt," schrieb Pavković und fügte hinzu, dass ein einziges Solokonzert von Marko Perković Thompson mehr wahre Patrioten anzieht als das gesamte staatliche Protokoll in Knin.
Generäle und Helden im Hintergrund
Die Kolumne betont besonders das Fehlen der wichtigsten militärischen Befehlshaber in den ersten Reihen. Das Publikum verlangt, dass die Generäle Ante Gotovina, Mladen Markač, Sačić, Ljubo Ćesić Rojs, Kotromanović, Tolj, Ademija, Jelić, Krstičević und Šundov erscheinen. Es will die Helden der Stoßtruppen sehen, die Angehörigen der 7. Gardebrigade 'Pume' und der 4. Gardebrigade 'Pauci', die von der Dinara aus den Feind überrannten und in die Stadt eindrangen, sowie die Krieger der 9. Gardebrigade 'Vukovi' und der Spezialpolizei des Innenministeriums, die vom Velebit vorrückten.
Pavković erinnert an die angebliche Aussage von General Gotovina, der laut General Rojs erklärt haben soll, dass er "nicht auf den Rücken von denen schauen werde, die er nicht kennt" und die Feier verließ, nachdem sie in die zweite oder dritte Reihe platziert worden waren.
HRT und die mediale Schande
Besondere Kritik wird am öffentlich-rechtlichen Fernsehen geübt. Am Jahrestag des Sieges, des Dankes an das Vaterland und des Tages der kroatischen Verteidiger, dem 5. August 2026, sollten alle Kanäle des HRT ausschließlich Inhalte mit patriotischer Thematik ausstrahlen, einschließlich Dokumentationen über den Unabhängigkeitskrieg, historische Sendungen und Konzerte mit patriotischen Liedern. Stattdessen widmet der HRT dem kommunistischen 1. Mai weit mehr Aufmerksamkeit als dem wichtigsten Tag der modernen kroatischen Geschichte.
"Das Volk zahlt Rundfunkgebühren, um am größten staatlichen Feiertag Wiederholungen ausländischer Seifenopern und unbedeutender Sommerprogramme zu sehen, während die wahren Helden an den Rand gedrängt werden," heißt es in der Kolumne. Pavković betont besonders, dass am 4. August 2026 im Studio des Fernsehsenders N1 während der gesamten Feierlichkeiten in Knin der Historiker Hrvoje Klasić zu Gast war und die Ereignisse kommentierte, was der Autor angesichts der halben Million kroatischer Verteidiger als beleidigend empfindet.
Lokale Behörden und Musikprogramm
Die Kolumne prangert auch die lokalen Behörden in ganz Kroatien an, die Kränze niederlegten und Kerzen anzündeten zwei oder drei Tage vor dem eigentlichen Feiertag, nur damit die lokalen Politiker ungestört ein verlängertes Wochenende oder ihren Jahresurlaub antreten konnten. Diese administrative Kälte beleidigt die Würde der Opfer, während für den 1. Mai Massenveranstaltungen am eigentlichen Feiertag organisiert werden.
Auch im offiziellen Musikprogramm wurden deutliche Probleme festgestellt. Pavković fordert ein Ende der Aufzwingung von Sängern und Bands, die in ihren Texten neutral über 'mein Land' oder 'diese Gegend' singen, und betont, dass in Knin klar und stolz über Kroatien gesungen werden muss, mit Künstlern, die sich nicht schämen, den Namen des Staates laut auszusprechen, für den Blut vergossen wurde.