Das Pentagon hat die amerikanische Verteidigungsindustrie aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen, insbesondere Munition, deren Bestände durch den Krieg mit dem Iran erheblich reduziert wurden, dringend zu erhöhen. Der Brief, den der stellvertretende Verteidigungsminister Steve Feinberg am Mittwoch verschickte, gibt den Unternehmen eine Frist von höchstens 21 Tagen, um Pläne für eine deutliche Beschleunigung der Produktion vorzulegen.
Der Inhalt des Briefes wurde von der Washington Post veröffentlicht, und die Information wurde auch vom Hauptsprecher des Pentagons, Sean Parnell, bestätigt. "Die direkte Zusammenarbeit mit den Führungskräften der Industrie zur Beschleunigung der Produktion ist nicht neu. Das war von Anfang an eine klare Absicht des Präsidenten und des derzeitigen Ministers", erklärte Parnell.
"Mehrjährige Zyklen sind inakzeptabel"
Feinberg war in dem Brief direkt. "Mehrjährige Entwicklungszyklen sind inakzeptabel. Wir müssen jetzt die Umsetzung unserer Programmpläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten erweitern", schrieb der stellvertretende Verteidigungsminister. Die Direktive kommt inmitten wachsender Spannungen zwischen Präsident Donald Trump und dem Verteidigungsministerium genau wegen der Waffenknappheit.
Parnell präzisierte weiter, dass Feinbergs Brief "wahrheitsgemäß" sei und dass er "bei der Aufstellung des Haushalts für das Haushaltsjahr 2028 berücksichtigt wird, der dem Kongress zur Genehmigung vorgelegt wird, und das steht vollständig im Einklang mit unseren derzeitigen Bemühungen zur Wiederherstellung der verteidigungsindustriellen Basis".
80 Prozent der Bestände eines wichtigen Luftverteidigungssystems verbraucht
Nach früheren Medienberichten haben die Vereinigten Staaten etwa 80 Prozent der verfügbaren Bestände eines wichtigen Luftverteidigungssystems verbraucht. Militärbeamte warnen, dass die Lagerbestände "gefährlich niedrig" seien. Die Situation wird zusätzlich dadurch verkompliziert, dass Präsident Trump die Anfrage des ukrainischen Präsidenten Selenskyj nach Hunderten zusätzlicher Raketen für das Patriot-System abgelehnt hat, was er mit den eigenen Bedürfnissen der USA im Nahen Osten begründete.
Das Pentagon hat in den letzten Monaten mehrere Rahmenvereinbarungen mit den größten amerikanischen Verteidigungsunternehmen und neuen Start-ups geschlossen, um die Lieferung von billigerer Munition und fortschrittlichen Systemen wie THAAD und Patriot-Interceptoren zu erhöhen. Experten warnen jedoch, dass diese Vereinbarungen lediglich Absichtserklärungen sind und für ihre Umsetzung ein entscheidendes Element fehlt: zusätzliche Finanzierung durch den Kongress.
Die Frist von 21 Tagen für die Einreichung von Plänen unterstreicht die Dringlichkeit der Situation, mit der das Pentagon konfrontiert ist, während es versucht, die im Konflikt mit dem Iran verbrauchten Bestände wieder aufzufüllen und gleichzeitig die Fähigkeit zur Unterstützung der Verbündeten aufrechtzuerhalten.