Die Fußballer von Dinamo absolvierten die ersten 45 Minuten des Rückspiels der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League in Litauen mit gemischten Gefühlen. Einerseits sicherten sie sich eine komfortable 2:0-Führung und einen Gesamtvorsprung von sogar 7:0, andererseits mussten sie nach einer direkten roten Karte für Torhüter Ivan Filipović in der 32. Minute in Unterzahl weiterspielen.
Der Verein aus Zagreb zeigte in Kaunas also zwei völlig verschiedene Gesichter. Während ein Teil der Mannschaft glänzte und hohe Noten verdiente, begab sich der andere Teil ohne jede Not in ein unnötiges Abenteuer, das Trainer Mario Kovačević vor dem Playoff ernste Kopfschmerzen bereiten wird.
Perez-Vinlof wie Lahm, Kačavenda und Mišić für die Ruhe
Dinamo ging in der 19. Minute nach einer großartigen Aktion in Führung, die Luka Stojković einleitete. Dion Drena Beljo legte uneigennützig auf Lukas Kačavenda ab, der ruhig zum 1:0 einschob. Das offizielle Twitter-Profil des Klubs reagierte sofort mit dem Post: "Ein Schulbuchtor von Kača!!! 📚".
Josip Mišić erhöhte in der 30. Minute auf 2:0. Aus etwa zwanzig Metern schnappte er sich einen Ball und zog ohne zu zögern in Richtung obere rechte Ecke ab. Sein Schuss war unhaltbar, und die Sportske novosti betonen, dass Mišić "auf ein bis zwei Tore pro Saison geeicht ist, aber wenn er trifft, dann mit einem Tor für die Highlight-Reels".
Besonderes Lob erhielt Matreo Perez-Vinlof, von dem die Sportske novosti schreiben, er habe "die besten zwanzig Minuten seit seinem Wechsel zu Dinamo" gespielt. Sie verglichen ihn sogar mit dem legendären deutschen Außenverteidiger: "Wie ein Doppelgänger von Philipp Lahm, für Gegner unerreichbar". Der junge Spieler erhielt die Note 7,5, ebenso wie Torschütze Mišić.
Filipovićs Abenteuer und Kovačevićs Kopfschmerzen
Nur zwei Minuten nach Mišićs Tor folgte der Schock. Ivan Filipović lief weit aus seinem Strafraum, um einen langen Ball auf Angreifer Motiejus Burba zu stoppen. Der Torhüter von Dinamo griff in der Absicht, die Gefahr zu klären, außerhalb des Strafraums mit der Hand in den Ball und brachte dabei den gegnerischen Spieler zu Fall.
Schiedsrichter Davide Massa zögerte nicht und zeigte ihm sofort die direkte rote Karte. Telegram.hr beschreibt die Situation als "bizarren Moment" und fügt hinzu, dass "Filipović zu spät herauskam und sich übel verzockte". Die Sportske novosti schreiben, der Torhüter sei "ohne jede Not ins Abenteuer gegangen und habe Kovačević ernste Kopfschmerzen bereitet", und bewerten seine Leistung mit einer glatten Fünf.
Nevistić bekommt nach über einem halben Jahr seine Chance
Trainer Mario Kovačević musste sofort reagieren. Bereits in der 34. Minute nahm er Mateo Lisica vom Feld und schickte Ivan Nevistić zwischen die Pfosten. Für den kroatischen Torhüter war es der erste Einsatz seit dem 29. Januar dieses Jahres, als er im Spiel gegen Midtjylland zwischen den Pfosten stand.
Trotz Unterzahl gelang es Dinamo, die Kontrolle bis zur Halbzeit zu behalten. Kauno Žalgiris wurde nach dem Platzverweis zwar etwas munterer und übernahm die Feldinitiative, konnte Nevistić aber nicht ernsthaft gefährden. Telegram.hr resümiert, dass die Blauen "auch in Unterzahl ein ebenbürtiger Gegner sind, sodass die zweite Halbzeit nur noch eine Pflichtübung sein sollte".