Der Stadtrat Davor Petračić veröffentlichte am 19. August 2026 einen offenen Brief an die Stadt Karlovac, in dem er eine umfassende und unabhängige Analyse der Trinkwasserqualität fordert, einschließlich Probenahmen an den Quellen und im Wasserversorgungsnetz. Wie Radio Mrežnica berichtet, ist Petračić der Ansicht, dass aufgrund der langjährigen Probleme mit Wassertrübung und des Misstrauens eines Teils der Bürger ein unabhängiges, akkreditiertes ausländisches Labor beauftragt werden sollte.
In dem Brief führt Petračić aus, dass Karlovac seit nunmehr fünf Jahren kein einwandfrei trinkbares und gesundheitlich unbedenkliches Wasser mehr hat. „Natürlich handelt es sich um einwandfrei trinkbares und gesundheitlich unbedenkliches Wasser, das Karlovac nun schon seit fünf Jahren nicht mehr hat“, so Petračić. Er fügte hinzu, dass viele Bürger seit Jahren Flaschenwasser trinken, während sich diejenigen mit geringerem Einkommen bei der Entscheidung, ob sie es trinken, auf Sehen oder Geschmack verlassen.
Er schlägt die Beauftragung eines Labors aus München vor
Als Beispiel für ein unabhängiges Labor nennt Petračić die AGROLAB GROUP aus München in Deutschland, die nach dem europäischen Standard DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist. Die Analyse sollte nach seinem Vorschlag Proben aus den Brunnen in Gazi und den Brunnen neben dem Fußballstadion sowie Proben aus dem Netz selbst umfassen, um das Restchlor zu untersuchen.
„Genug der Unsicherheit und des Hin und Her darüber, welches Wasser wir trinken, und ich fordere eine Wasseranalyse durch ein unabhängiges ausländisches Labor wie zum Beispiel AGROLAB GROUP (München, Deutschland), akkreditiert nach dem strengen europäischen Standard DIN EN ISO/IEC 17025, das das Wasser direkt an der Quelle, an den Brunnen in Gazi und an den Brunnen neben dem Fußballstadion untersucht, und zwar eine Analyse des breitesten Spektrums, sowie im Netz selbst zur Untersuchung des Restchlors.“
Die Proben sollten dem Antrag zufolge ohne vorherige Ankündigung entnommen werden, um eine mögliche Vertuschung des tatsächlichen Zustands des Wassers in den Brunnen und im Netz zu verhindern.
Breites Parameterspektrum und Interessenkonflikt
Petračić fordert die Untersuchung eines breiten Spektrums von Parametern, darunter Schwermetalle, Pestizide, PFAS-Verbindungen, TFA-Säuren, Mikroplastik, Desinfektionsnebenprodukte, radiologische Indikatoren sowie mögliche Verbindungen im Zusammenhang mit historischen und militärischen Verunreinigungen. Besonders betont er die Untersuchung von PFAS-Verbindungen gemäß den Anforderungen des deutschen Umweltbundesamtes (UBA), die auf einer Gruppe von 20 definierten Verbindungen (sog. Summe PFAS-20) basiert, mit Schwerpunkt auf den vier kritischsten Vertretern (PFAS-4).
Wegen der Asbestzementrohre fordert er auch eine Untersuchung auf Asbest nach dem Standard der US-amerikanischen EPA mittels TEM-Methode, mit einer Grenze von maximal 7 Millionen Fasern pro Liter. Wegen des militärischen Übungsgeländes in Slunj, das flussaufwärts liegt, fordert er auch die Untersuchung von Verbindungen wie TNT, RDX, HMX, BTEX-Gruppe, abgereichertem Uran, weißem Phosphor sowie chlorierten Lösungsmitteln.
Petračić behauptet, dass der Wasserversorger Vodovod i kanalizacija Karlovac in einem direkten Interessenkonflikt stehe, wenn er selbst das Wasser für die A-Analyse untersucht oder bei der Vorbereitung der Proben für die Kontroll-B-Analyse mitwirkt. „Die Analyse muss durchgeführt werden, um den tatsächlichen Zustand des Trinkwassers im Gebiet der Stadt Karlovac festzustellen, da Vodovod i kanalizacija, ViK, in einem direkten Interessenkonflikt steht, wenn es selbst das Wasser für die A-Analyse untersucht oder bei der Vorbereitung der Wasserproben für die Kontroll-B-Analyse, d.h. die Superanalyse, mitwirkt“, führte er aus.
Frage der Finanzierung und Forderungen an den Bürgermeister
Petračić fordert von der Stadt Karlovac eine öffentliche Stellungnahme darüber, ob sie die unabhängigen Analysen finanzieren wird oder ob die Bürger das Geld selbst sammeln müssen. „Ich bitte die Stadt Karlovac, öffentlich zu erklären, ob sie die genannten Analysen bezahlen wird oder ob wir Bürger das Geld für die genannten Analysen selbst sammeln müssen“, so seine Botschaft. Gleichzeitig ruft er alle politischen Parteien in Karlovac auf, öffentlich zu erklären, ob sie eine solche Untersuchung unterstützen.
Von dem Bürgermeister der Stadt Karlovac erwartet Petračić, dass er schnellstmöglich vor die Öffentlichkeit tritt mit Daten über die genaue Ursache der häufigen Wassertrübungen, was mit dem Netz getan werden muss, damit die Trübungen verschwinden und was das kostet, ob andere Desinfektionsmethoden geplant sind, die weniger gesundheitsschädlich sind, und wie man den Netzverlust kontrollieren will, der heute bei etwa 70 Prozent liegt. Außerdem fordert er Antworten darauf, ob die derzeitigen Quellen, also die Brunnen, die sich in strategisch ungünstigster Lage im Verhältnis zu den Verschmutzungsquellen befinden, den Bedarf der Stadt decken und ob neue und strategisch günstigere Wasserquellen geplant sind. Für all dies fordert er die öffentliche Bekanntgabe konkreter Umsetzungsfristen. „Genug davon!“, schloss Petračić seinen offenen Brief und rief die Bürger und politischen Akteure auf, sich an der Lösung der Wasserqualitätsfrage in Karlovac zu beteiligen.
In seiner Mitteilung betonte Petračić auch, dass er die Beauftragung eines angesehenen, erfahrenen Unternehmens mit fachlicher Integrität fordert, das unabhängig von der Politik ist und das im Gegensatz zu lokalen Institutionen über die neuesten Instrumente zur präzisen Bestimmung aller geforderten Verbindungen verfügt, die unsere Labore überhaupt nicht nachweisen können. Darüber hinaus muss in die Analyse auch der Nachweis von Mikroplastik mittels fortgeschrittener RAMAN-Spektroskopie aufgenommen werden. Unter den zu untersuchenden Parametern nannte er Schwermetalle und toxische Elemente wie Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber, Selen, Chrom, Nickel, Kupfer, Antimon, Cyanid, Bor und Mangan; organische Verbindungen und Rückstände wie Pestizide und deren Metaboliten, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Acrylamid und flüchtige organische Verbindungen wie Trihalogenmethane; Anionen und Kationen einschließlich Nitrat, Nitrit, Ammonium, Chlorid, Sulfat und Fluorid; Desinfektionsnebenprodukte, vor allem Restchlor aus dem Netz; radiologische Eigenschaften wie Alpha- und Beta-Aktivität, Radonkonzentration und indikative Strahlendosis; sowie PFAS-Verbindungen, deren Untersuchung das deutsche Umweltbundesamt fordert.