Eine Konzentration von 200,5 Nanogramm pro Liter, doppelt so hoch wie der kroatische und europäische Grenzwert für Wasser für den menschlichen Verzehr, wurde im Grundwasser auf der illegalen Abfalldeponie in der Bilajska ulica 50 in Gospić gemessen. Diese Zahl, die sich auf gefährliche PFAS-Verbindungen bezieht, die besser als 'Ewigkeitschemikalien' bekannt sind, wurde durch ein von der USKOK in Auftrag gegebenes Gutachten der Geotechnischen Fakultät in Zagreb bestätigt. Der Grenzwert liegt zum Vergleich bei 100 ng/l.
Aus zuständigen Kreisen verlautet, dass das verunreinigte Grundwasser nicht mit dem öffentlichen Wasserversorgungssystem verbunden ist, doch das beseitigt nicht die entscheidende Gefahr. Das Karstgelände in der Lika, von zahlreichen Spalten durchzogen, begünstigt die schnelle Ausbreitung von Schadstoffen und bedroht ein deutlich größeres Gebiet. Die USKOK fasste die Diagnose in einer Mitteilung wie folgt zusammen: 'Es kann geschlossen werden, dass es sich um eine lokal bedeutende, aber fortschreitende Auswirkung handelt, die bereits zu dauerhaften Veränderungen in der Umwelt geführt hat und ohne Sanierungsmaßnahmen eine dauerhafte Verschmutzungsquelle mit Ausbreitungstendenz darstellt.'
Zeitbombe im Herzen der Lika
Ein Jahr nach der ersten Entdeckung wurde festgestellt, dass sich in den verlassenen Anlagen des ehemaligen PPK Velebit etwa 37.000 Tonnen illegal entsorgten Abfalls befinden. Davon sind ungefähr 33.000 Tonnen vergraben und so stark mit dem Boden vermischt, dass ihre Trennung praktisch unmöglich ist, es handelt sich um eine gefährliche Kombination aus Industrieabfällen, Elektronikschrottresten, medizinischen Abfällen, Kunststoffen und anderen Materialien.
Bodenanalysen ergaben alarmierende Konzentrationen von Schwermetallen: Kupfer erreichte fast 10.000 mg/kg, was dem Hundertfachen des zulässigen Grenzwerts entspricht, während der Bleigehalt 1.000 mg/kg überschritt, also etwa das Zehnfache des Erlaubten. Der Abfall wurde als gefährlich und ökotoxisch eingestuft und wirkt sich auf fast 18.000 Quadratmeter schädlich auf die Umwelt aus.
Was sind PFAS-Verbindungen und warum sind sie gefährlich?
PFAS ist ein Sammelbegriff für eine große Gruppe, mehrere tausend, giftiger, synthetischer Chemikalien, die seit den 1940er Jahren in der Industrie verwendet werden. Ihr Hauptmerkmal, eine sehr starke Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor, macht sie resistent gegen Hitze, Wasser und Fette, weshalb sie in antihaftbeschichtetem Kochgeschirr, wasserabweisender Kleidung, Lebensmittelverpackungen, Feuerlöschschäumen, Kosmetika und Elektronik zu finden sind.
Genau diese chemische Beständigkeit macht sie gleichzeitig in der Natur nahezu unzerstörbar, sie zersetzen sich nicht oder nur sehr langsam, bleiben jahrzehntelang oder jahrhundertelang im Boden und Wasser, reichern sich in Pflanzen und Tieren an und gelangen in die menschliche Nahrungskette. Menschen nehmen sie am häufigsten über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel auf. Langfristige Exposition wird mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten, Schädigung des Immunsystems, erhöhtem Cholesterinspiegel, Schilddrüsenstörungen und Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung gebracht, wobei Kinder besonders gefährdet sind, da die Exposition zu Entwicklungsproblemen führen kann.
Sanierung: Millionenkosten und vier Optionen
Experten kamen zu dem Schluss, dass die Deponie in Gospić eine dauerhafte Verschmutzungsquelle mit Potenzial zur weiteren Ausbreitung darstellt, wenn sie nicht saniert wird. Der Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz prüft vier Möglichkeiten, deren Kosten drastisch variieren. Die günstigste Option, das Aufbringen einer wasserundurchlässigen Abdeckung auf dem Gelände, würde zwei bis drei Millionen Euro kosten, beseitigt jedoch nicht die Verschmutzungsquelle.
Das Ausheben und der Abtransport des Abfalls ins Ausland würde zwischen 20 und 25 Millionen Euro kosten, während die Verbrennung in spezialisierten Anlagen außerhalb Kroatiens zwischen 100 und 125 Millionen Euro erreichen könnte. Das Kernproblem liegt darin, dass Kroatien derzeit weder über eine Deponie für gefährlichen Abfall noch über eine Verbrennungsanlage verfügt, die dieses Material aufnehmen und sicher entsorgen könnte. Während Ausschreibungen für die Beseitigung eines kleineren Teils des Abfalls vorbereitet werden, weist die Bürgerinitiative 'Gospić ist unser Zuhause' auf die langsame und unkoordinierte Reaktion der Institutionen hin und fordert eine sofortige Sanierung sowie die Feststellung der Verantwortlichkeit aller Beteiligten in der Kette.