Betrunkenen Touristen sinkt das Boot vor Hvar
Polizei stellt fest, dass keine Anhaltspunkte für eine Straftat der unterlassenen Hilfeleistung vorliegen, da niemand in Lebensgefahr schwebte.
Polizei stellt fest, dass keine Anhaltspunkte für eine Straftat der unterlassenen Hilfeleistung vorliegen, da niemand in Lebensgefahr schwebte.
Das Portal Morski.hr veröffentlichte ein beunruhigendes Video, das zeigt, wie eine Gruppe von einem Boot aus, anstatt den Touristen, deren Boot gerade sinkt, zu Hilfe zu eilen, die gesamte Situation mit Spott und Hohn verfolgt. Der Unfall ereignete sich am 1. Juli 2026 in der Nähe der Insel Jerolim bei Hvar, und über den Fall berichteten nun Dnevnik.hr und Jutarnji list ausführlicher.
Wie aus der offiziellen Antwort der Polizeidirektion Split-Dalmatien hervorgeht, wurden die Beamten der Hafenmeisterei und der Polizeistation Hvar gegen 18:58 Uhr über das Sinken des Bootes informiert. Nach dem Einsatz vor Ort lokalisierte die gemeinsame Streife das Fahrzeug in einer Tiefe von etwa zwei Metern. Alle fünf Passagiere befanden sich bereits in Sicherheit am Ufer der Insel Jerolim. Niemand von ihnen wurde verletzt, und eine Verschmutzung des Meeres wurde nicht festgestellt.
Die weitere Untersuchung am Unfallort ergab, dass die Person, die das Boot führte, ein spanischer Staatsbürger, unter Alkoholeinfluss stand. Die gemessene Blutalkoholkonzentration betrug 1,37 g/kg, was die zulässige Grenze um ein Vielfaches überschreitet. Das weitere Verfahren übernahm anschließend die Hafenmeisterei.
Auf dem veröffentlichten Video ist deutlich das Lachen der Personen auf dem anderen Boot zu hören. Einer von ihnen ruft den Touristen, die mit dem Meer und dem sinkenden Boot kämpfen, zu: "Was ist passiert" und "Wo habt ihr das Boot genommen und wem habt ihr für die (Miete) bezahlt". Während des gesamten Videos ist nicht der geringste Versuch zu erkennen, ihnen zu helfen oder sie sicher an Bord zu nehmen. Nachdem das Boot vollständig unter der Oberfläche verschwunden war, folgte eine weitere spöttische Bemerkung von ihnen: "Hier darf man nicht parken".
Nachdem das Video heftige Reaktionen ausgelöst hatte, fragten Journalisten bei der Polizei nach, ob es in diesem Fall Anhaltspunkte für den Verdacht einer Straftat der unterlassenen Hilfeleistung gebe. Von der Polizeidirektion Split-Dalmatien hieß es, solche Anhaltspunkte seien nicht gefunden worden.
"In Artikel 123 des kroatischen Strafgesetzbuches ist nämlich klar festgelegt, dass eine Straftat begeht, wer in Lebensgefahr keine Hilfe leistet, und die Sichtung des Videos zeigt deutlich, dass die Personen während der Fahrt in Ufernähe das Boot beschädigt haben, das daraufhin sank, und keiner der Beteiligten verletzt wurde", heißt es in ihrer Stellungnahme. Sie merkten auch an, dass ihnen zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht bekannt war, dass der gesamte Vorfall von Dritten gefilmt wurde.
Auch wenn bei diesem konkreten Vorfall niemand zu Schaden kam, bleibt die Frage offen, wie die gesamte Situation rechtlich bewertet worden wäre, wenn einer der Touristen unter Alkoholeinfluss beim Versuch, das felsige Ufer zu erklimmen, ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden wäre. Seefahrer, mit denen das Portal Morski.hr sprach, sind sich einig, dass die Hilfeleistung auf See unabhängig von der Unfallursache oder der Schuldfrage eine grundlegende Pflicht und keine Frage der persönlichen Entscheidung ist.