Premierminister Andrej Plenković gerät wegen der Probleme mit illegal entsorgtem Sondermüll in der Lika unter mehrfachen Druck. Während die Oppositionsparteien eine Initiative zu seiner Abwahl angekündigt haben und der Staatspräsident eine sofortige Sanierung gefordert hat, kam unerwartet scharfe Kritik auch aus den Reihen des wichtigsten Koalitionspartners, der Heimatbewegung (DP).
Penava: Die Bürger erwarten Lastwagen, nicht Verwaltung
Der Vertreter der DP, Penava, machte unmissverständlich klar, dass die Geduld der lokalen Bevölkerung am Ende ist. "Die Bürger der Lika haben keine Zeit, auf die Verwaltung zu warten. Sie haben ein Recht auf ihre Gesundheit und eine gesunde Umwelt. Sie erwarten, Lastwagen und eine sofortige Sanierung des Geländes zu sehen", erklärte Penava. Diese Aussage signalisiert einen ernsthaften Riss innerhalb der Regierungsmehrheit in einer Frage, die breite öffentliche Besorgnis ausgelöst hat. Nach Informationen wurde die Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Umwelt und Natur, Dušica Radojčić von der Partei Možemo!, für Freitag eine außerordentliche Sitzung in Gospić einberufen, die dieser "außergewöhnlichen Situation" gewidmet ist und an der auch Oppositionsführer teilnehmen werden, darunter der SDP-Vorsitzende Siniša Hajdaš Dončić.
Opposition fordert Abwahl, Milanović sofortiges Handeln
Die Situation hat sich auch in den Oppositionsbänken zugespitzt. Die Oppositionsparteien Most, SDP und Drito haben ihre Kräfte gebündelt und die Einleitung einer Initiative zur Abwahl des Premierministers angekündigt, wobei sie eine sofortige außerordentliche Sitzung des Parlaments fordern. Der SDP-Abgeordnete Mihael Zmajlović präsentierte die Parteienlösung für die Sanierung mit vier möglichen Modellen zur Beseitigung des Abfalls und zur dauerhaften Reinigung des Geländes, während Hajdaš Dončić über Facebook erklärte: "Gospić ist nicht nur eine Affäre um Abfall. Es ist eine Frage der Verantwortung der Regierung. Denn es ist nicht das erste Mal, dass diese Regierung dasselbe Muster zeigt." Gleichzeitig forderte Präsident Zoran Milanović eine sofortige Sanierung der Deponie und kritisierte die Regierung auf Facebook scharf für Untätigkeit und das Ausbleiben einer schnellen Reaktion. Premierminister Plenković kündigte an, dass die Sanierung erst nach einem ordentlichen Vergabeverfahren durchgeführt werde, was Monate dauern könnte. Dieses Thema, das sich langsam zu einem wichtigen politischen Thema entwickelt hat, droht nun, zu Beginn der Herbstsession des Parlaments Mitte September dominant zu werden.
Koalition auf dem Prüfstand der Belastbarkeit
Obwohl der Druck von Opposition und Präsident nicht unerheblich ist, glauben politische Analysten, dass die Kritik aus den eigenen Reihen für den Premierminister das größte Problem darstellen könnte. Dass sich der wichtigste Koalitionspartner den Kritikern anschließt, stellt die Stabilität der Koalition in Frage und erhöht den Druck auf die Regierung, die Lösung dieses Umweltproblems zu beschleunigen, das direkt die Gesundheit und die Umwelt der Bewohner der Lika gefährdet. Zur Erinnerung: Es handelt sich um 37.000 Tonnen Abfall, die illegal entsorgt wurden, und Plenković war bisher keinem nennenswerten politischen Druck ausgesetzt, was sich nun grundlegend geändert hat.