Die Ernennung von Davorko Vidović, ehemaliger SDP-Arbeitsminister, zum Sonderberater von Finanzminister Tomislav Ćorić wurde am Samstag offiziell bestätigt. Die Nachricht, die Anfang August erstmals vom Wochenmagazin 7dnevno veröffentlicht wurde, löste heftige Reaktionen aus und warf Fragen über die Richtung auf, in die Premierminister Andrej Plenković die HDZ führt.
Vidović bestätigte im Gespräch mit Hina, dass er die Beraterposition übernimmt, und betonte, dass er für diese Funktion vom Premierminister persönlich vorgeschlagen wurde. "Ich habe mich nicht an die HDZ verkauft", sagte Vidović und wies die Kritik einiger ehemaliger Kollegen von der Linken zurück. Er fügte hinzu, dass er nach seinem 70. Lebensjahr keine Ambitionen mehr habe, sich aktiv in der Politik zu engagieren.
Fachlicher Einsatz oder politischer Handel?
Das Finanzministerium teilte mit, dass Vidović für seine Beratungstätigkeit im Bereich der öffentlichen Finanzen monatlich einen Bruttobetrag von 1.417,23 Euro erhalten wird. Vidović betont, dass er seine neue Position als rein professionelle Aufgabe betrachtet, die auf seinem langjährigen Wissen über das Renten- und Sozialsystem basiert. Er erklärte, dass er kein eigenes Büro haben werde und die Arbeit hauptsächlich über Konsultationen und seltene Besuche im Finanzministerium erfolgen werde.
Vidović selbst bezeichnete Plenkovićs Schritt im Gespräch mit 7dnevno als "politische Weisheit" und bewertete, dass der Premierminister damit seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Experten unabhängig von ihrer Parteivergangenheit zeige. Er verriet auch, dass Plenković ihm das Angebot während eines Empfangs nach dem Staatsfeiertag unterbreitet habe, als er eine Zigarette rauchen ging.
Plenkovićs Botschaft an die Rechte: "Ich brauche euch nicht"
Der Kommentar des Portals Hrvatska uživo bewertet, dass die Ernennung eine starke politische Botschaft trägt, insbesondere an die Wähler des rechten Spektrums. "Plenković versucht nicht mehr nur, die HDZ zur dominanten Partei der kroatischen Rechten zu machen. Er versucht, die HDZ in die dominante Partei der kroatischen politischen Mitte zu verwandeln", heißt es in der Analyse.
Die Schlüsselfrage, die sich stellt, ist, welche spezifischen Kompetenzen Vidović für den Finanzminister erforderlich machen. "Wenn es eine überzeugende fachliche Antwort gibt, sollte die Regierung sie der Öffentlichkeit präsentieren. Wenn es keine gibt, ist es schwer, den Eindruck zu vermeiden, dass dies viel mehr nach politischem Handel riecht als nach einem plötzlichen Triumph der Fachkompetenz über die Politik", heißt es im Text von Hrvatska uživo.
Plenkovićs HDZ, so die Bewertung, sieht immer mehr wie eine große Partei der Mitte aus, die bei Bedarf Menschen und Politiken von beiden Seiten des ideologischen Spektrums aufnimmt. "Und die Botschaft an die Rechte könnte brutal einfach sein: Wir brauchen euch nicht mehr", schlussfolgert Hrvatska uživo.
Plenković in der Neretva: Unterstützung für die Ruderer und die Entwicklung des Südens
Am selben Tag, an dem Vidovićs Ernennung bestätigt wurde, hielt sich Premierminister Plenković im Neretva-Tal auf. Vor dem 29. Lađa-Marathon traf er sich mit Vertretern des Vereins der Neretva-Ruderer. "Diese einzigartige Veranstaltung ist in fast drei Jahrzehnten zu einer der größten Amateursportveranstaltungen in diesem Teil Europas herangewachsen", veröffentlichte Plenković in den sozialen Medien.
Am diesjährigen Marathon nehmen 31 Teams mit etwa 400 Ruderern aus allen Teilen Kroatiens teil. Der Premierminister kündigte die Fortsetzung der starken Unterstützung der Regierung für diese Veranstaltung an, die das Erbe und die Identität des Neretva-Tals bewahrt.
In Metković fand auch ein Arbeitstreffen mit dem Gespanschaftspräfekten der Dubrovnik-Neretva-Gespanschaft, Blaž Pezo, sowie den Bürgermeistern von Metković, Ploče und Opuzen, Dalibor Milan, Ivan Marević und Ivan Mataga, statt. Die Gesprächsthemen umfassten den Abschluss des Agglomerationsprojekts, das Bewässerungssystem in der Unteren Neretva sowie den Anschluss von Metković an das kroatische Autobahnnetz.