Trotz der Instabilitäten auf dem globalen Energiemarkt verzeichnete INA in der ersten Hälfte des Jahres 2026 starke Finanzergebnisse. Der operative Gewinn des Unternehmens vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte 309 Millionen Euro, was eine direkte Folge der gesteigerten Öl- und Gasproduktion sowie günstigerer Marktbedingungen ist.
Produktionswachstum in Kroatien und Ägypten
Der Haupttreiber der guten Zahlen war der Geschäftsbereich Exploration und Produktion von Öl und Gas, dessen operativer Gewinn um 16 Prozent auf 172 Millionen Euro stieg. Die gesamte Kohlenwasserstoffproduktion lag um drei Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche tägliche Ölproduktion in Kroatien und Ägypten stieg um zwei Prozent auf fast 10.500 Barrel, während die Gasproduktion um fünf Prozent auf fast 11.000 Barrel-Öl-Äquivalente pro Tag zulegte.
Dieses Wachstum wurde durch konkrete Aktivitäten vor Ort unterstützt. In Kroatien wurde eine neue Bohrung bei Lipovljani in Produktion genommen, und in der nördlichen Adria wurden zwei Gasbohrungen in das Produktionssystem integriert. In Ägypten wurde die Produktion durch neue Bohrungen in den Konzessionen North Bahariya und Ras Qattara sowie durch Bohrlochreparaturen in der Konzession West Abu Gharadig gesteigert.
Neue Explorationsprojekte und Adriapotenzial
INA intensiviert auch ihre Entwicklungsaktivitäten. In der Adria läuft derzeit eine Kampagne zur Bohrung von fünf Gasbohrungen, von denen die erste bereits abgeschlossen ist und während der Testproduktion täglich 160.000 Kubikmeter Gas lieferte. Darüber hinaus wurde das Portfolio durch die Übernahme des Explorationsgebiets SAVA-07 von der kanadischen Firma Vermilion gestärkt. Geplant sind zudem bedeutende Explorationsarbeiten im Wert von fast 27 Millionen Euro in den Gebieten SAVA-10/1 und Drava-02/02, wo im Laufe des Jahres 2026 mit der Aufnahme von 3D-Seismik begonnen wird. Nach der Interpretation dieser Daten sind Bohrungen von sechs Explorationsbohrungen geplant.
Raffineriegeschäft und Einzelhandel
Der Geschäftsbereich Raffinerie und Marketing, der auch das Einzelhandelsnetz von INA umfasst, erzielte einen operativen Gewinn von 111 Millionen Euro. Dieses Ergebnis wurde trotz administrativer Preisbeschränkungen für Kraftstoffe erreicht, wobei höhere Raffineriemargen einen entscheidenden Beitrag leisteten. Die Ölraffinerie Rijeka arbeitet kontinuierlich und mit hoher Kapazitätsauslastung, was von strategischer Bedeutung für die Treibstoffversorgung nicht nur Kroatiens, sondern auch Sloweniens und Bosnien-Herzegowinas ist, insbesondere vor dem dritten Quartal, wenn aufgrund der Tourismussaison ein Nachfragehöhepunkt erwartet wird.
Der Einzelhandelssegment verzeichnet zudem ein Margenwachstum bei Nicht-Kraftstoffprodukten von 11 Prozent, was auf die Sortimentserweiterung und die Eröffnung neuer Fresh-Corner-Standorte zurückzuführen ist. Das Treueprogramm des Unternehmens verzeichnet ebenfalls ein Wachstum und nähert sich der Marke von einer halben Million aktiver Nutzer.
Modernisierung und grüne Transition
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 investierte INA 148 Millionen Euro, wobei der größte Teil dieser Mittel in das Modernisierungsprojekt der Ölraffinerie Rijeka floss. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens mit einem Gesamtwert von rund 700 Millionen Euro. Das Herzstück des Projekts ist die neue DCU-Anlage (Delayed Coker Unit), die die Verarbeitung eines breiteren Spektrums an Rohölsorten ermöglicht und eine um bis zu 30 Prozent höhere Dieselproduktion bringt, also zusätzliche 400.000 Tonnen dieses Kraftstoffs pro Jahr.
Parallel zu den Investitionen in traditionelle Geschäftsbereiche investiert INA auch in die Energiewende. Anfang Juli 2026 wurden im Gelände der Raffinerie Rijeka zwei Solarkraftwerke fertiggestellt, die den zukünftigen Elektrolyseur speisen werden. Bis Ende 2026 soll an diesem Standort die erste kroatische kommerzielle Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff gebaut werden.