Die Polizeidirektion Zadar hat am Montag, dem 10. August 2026, neue Informationen zum Fall auf der Insel Pašman veröffentlicht, bei dem ein Polizist während eines Einsatzes vom Dienstboot aus einen Hund ins Meer gelassen hatte. In der neuesten Mitteilung räumten sie ein, dass das Tier nicht sofort von einem Gemeindewachtmeister versorgt wurde, wie zunächst behauptet, sondern dass zuerst Bürger vom nahe gelegenen Strand zu Hilfe kamen.
Der Vorfall ereignete sich am 8. August 2026 um ca. 17:40 Uhr, als Polizeibeamte auf dem Meer vor Pašman einen 37-Jährigen festnahmen. Nach Angaben der Polizei leistete der Mann aktiven Widerstand, beleidigte die Beamten und griff einen Polizisten körperlich an, wobei dieser leichte Verletzungen erlitt. Nach Abschluss der kriminalistischen Ermittlungen wurde gegen ihn Strafanzeige wegen Nötigung einer Amtsperson sowie wegen zweier Straftaten gegen Ehe, Kinder und Familie erstattet, woraufhin er dem Haftrichter übergeben wurde.
Erste Mitteilung: Gemeindewachtmeister übernahm den Hund sofort
In ihrer ersten Mitteilung hatte die Polizei Zadar behauptet, ein Gemeindewachtmeister sei am Ufer in der Nähe des Dienstbootes gewesen und der Hund sei, nachdem er ins Meer gelassen wurde, zu ihm gelangt. "Während des Einsatzes der Polizeibeamten sprang der Hund des 37-jährigen Besitzers selbstständig auf das Dienstboot und wurde aufgrund der unmittelbaren Gefahr des Auflaufens des Dienstbootes sowie der Gefahr und Bedrohung durch einen Angriff des Hundes auf die Polizeibeamten, die gegenüber seinem Besitzer auf dem Dienstboot handelten, in Absprache mit dem Gemeindewachtmeister ins Meer gelassen, wo ihn der Gemeindewachtmeister aufnahm, der die weitere Versorgung des Hundes übernahm", teilte die Polizei damals mit.
Zeuge enthüllt, was wirklich geschah
Ein Zeuge des gesamten Vorfalls schilderte Index.hr eine völlig andere Abfolge der Ereignisse. Nach seinen Worten gelangte der Hund nach der Abfahrt der Polizei nicht zum Gemeindewachtmeister, sondern versuchte zunächst, dem Polizeiboot hinterherzuschwimmen, drehte dann aber um und schwamm auf ein Segelboot zu.
"Der Hund versuchte zuerst, dem Polizeiboot zu folgen, drehte sich dann aber um und schwamm auf das Segelboot zu. Ich schwamm ebenfalls zum Segelboot, weil ich sah, dass einige Kinder auch dorthin unterwegs waren, ebenso wie meine Tochter und meine Nichte, die näher am Wasser waren als ich. Der Hund blieb an der Leiter hängen und konnte nicht hinaufklettern", sagte der Zeuge gegenüber Index.hr.
Die Rettungsaktion bekam bald weitere Teilnehmer. "Ein Junge aus Slowenien war bereits auf das Segelboot geklettert, konnte den Hund aber nicht hochheben. Als ich hinschwamm, kletterte auch ich hinauf, und bald kamen einige Kinder mit einem SUP-Board, und irgendwie gelang es uns mit der Hilfe des SUP-Boards, den Hund auf das Segelboot zu ziehen. Wir gaben dem Hund Wasser, banden ihn an der Leine fest, damit er herumlaufen, aber nicht ins Meer fallen konnte. Später kam ein Slowene mit Hundefutter und fütterte den Hund", berichtete der Zeuge.
Nach seinen Angaben blieb der Hund über Nacht allein auf dem Segelboot, und am nächsten Morgen kamen die Gemeindewachtmeister zum Segelboot und brachten es zusammen mit dem Hund weg.
Polizei räumt ein: Bürger versorgten den Hund zuerst
In der heutigen Mitteilung korrigierte die Polizei ihre ursprünglichen Angaben. "Nachträglich wurde festgestellt, dass der Gemeindewachtmeister, nachdem die Polizei ihn über den Vorfall informiert hatte, die Verpflichtung zur Versorgung des Hundes übernahm. Vor seinem Eintreffen am Ort des Geschehens wurde der Hund von anwesenden Bürgern, die sich am Strand befanden, versorgt", teilte die Polizei mit. Damit wurde bestätigt, dass der Gemeindewachtmeister den Hund nicht unmittelbar nach dem Ins-Wasser-Lassen übernahm, sondern dass ihn vor seiner Ankunft Bürger retteten. Der Hund wurde anschließend einer Person des Vertrauens des Besitzers zur weiteren Betreuung übergeben.