Der katholische Friedhof im Ort Slimena bei Travnik in Zentralbosnien wurde am Mittwoch, dem 12. August 2026, verwüstet, wobei mehrere Grabsteine beschädigt oder zerstört wurden. Die Nachricht wurde am Donnerstag, dem 13. August, von Prigorski und ABC Portal veröffentlicht, und der Vorfall löste scharfe Verurteilungen der kroatischen politischen Parteien in Bosnien und Herzegowina aus.
Nach Informationen, die Prigorski übermittelte, wurde die örtliche Polizei über den Vorfall informiert, die eine Untersuchung durchführt. Das Portal Travnički vjesnik berichtete, dass die Polizei auf eine Meldung reagierte und den wahrscheinlichen Täter mit den Initialen D. G. identifizierte. Andererseits berichtet ABC Portal, dass Beamte der Polizeidienststelle Travnik eine Untersuchung durchgeführt haben und dass nach inoffiziellen Informationen der Täter D. G. gefunden und festgenommen wurde.
Die Beschädigung der Denkmäler ist auch auf Fotos sichtbar, die Mitglieder des Gemeindevorstands der HDZ BiH auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht haben, und aus derselben Partei wurde bestätigt, dass die Polizei über alles informiert wurde und die Ermittlungen laufen.
Scharfe Verurteilungen von HDZ BiH und HDZ 1990
Der Gemeindevorstand der HDZ BiH in Travnik verurteilte die Verwüstung des Friedhofs scharf und bezeichnete sie als Angriff auf die letzte Ruhestätte der Verstorbenen und auf grundlegende zivilisatorische Werte.
„Eine solche Tat stellt einen zutiefst beunruhigenden und inakzeptablen Angriff auf die letzte Ruhestätte unserer Verstorbenen dar, aber auch auf grundlegende zivilisatorische, moralische und gesellschaftliche Werte. Friedhöfe sind Orte der Pietät, des Gebets, der Erinnerung und der Würde und müssen geschützt und respektiert werden, unabhängig von zwischenmenschlichen, politischen oder anderen Unterschieden“, erklärten sie von der HDZ BiH auf ihrem Facebook-Profil.
Sie forderten außerdem, dass der Vorfall vollständig untersucht und die Verantwortlichen bestraft werden. Auch der Travniker Vorstand der HDZ 1990 schloss sich den Verurteilungen an und warnte, dass die Schändung von Gräbern eine Beleidigung für die Verstorbenen und ihre Familien sei.
„Travnik ist eine Stadt aller seiner Menschen und muss ein Ort bleiben, an dem der Mensch, sein Eigentum, sein Schmerz und seine Würde respektiert werden. Wir mögen in vielerlei Hinsicht unterschiedlich sein, aber es gibt Werte, bei denen es keine Spaltung geben darf“, so die HDZ 1990.
Ort mit einst zahlreicher kroatischer Gemeinschaft
Slimena liegt in der Pfarrei Dolac, einer Gegend, die vor dem Krieg in BiH überwiegend von Kroaten bewohnt war. Laut der Volkszählung von 2013 lebten in diesem Ort nur noch 19 Kroaten, während es 1991 noch 371 waren, berichtet Prigorski.
Weitere Informationen zum Vorfall und zum Stand der Ermittlungen werden in Kürze erwartet, von der Polizei gab es bislang keine offizielle Stellungnahme.