Am Mittwoch, dem 12. August 2026, wird der Himmel über Europa ein wahres Spektakel bieten. Während ein schmaler Streifen der totalen Sonnenfinsternis Teile Spaniens bedecken und das Land in ein riesiges wissenschaftliches Labor verwandeln wird, kann in Kroatien ihre partielle Form beobachtet werden. Der Mond wird einen erheblichen Teil der Sonnenscheibe verdecken, und die besten Beobachtungsbedingungen werden im Westen des Landes erwartet.
Wo und wann in Kroatien beobachten
Die Finsternis beginnt kurz vor 19:30 Uhr und erreicht ihr Maximum zwischen 20:05 und 20:10 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang. Je nach Standort wird der Mond zu diesem Zeitpunkt zwischen 70 und 85 Prozent der Sonnenscheibe bedecken. Die besten Beobachtungsbedingungen herrschen in den westlichen Regionen, insbesondere in Istrien und der Kvarner-Bucht, aber auch alle, die in Nordwestkroatien einen freien Blick zum westlichen Horizont haben, könnten das Schauspiel genießen.
Vorsicht mit dem Handy: Ein Foto kann das Gerät zerstören
Auch wenn viele diesen seltenen Moment festhalten möchten, warnt das österreichische Forum Mobilkommunikation (FMK) vor einem ernsthaften Risiko. Das Fotografieren der Sonnenfinsternis mit dem Handy ohne entsprechenden Schutz kann zu dauerhaften Schäden am Kamerasensor führen. Die Optik eines Smartphones funktioniert wie eine Lupe und bündelt das Licht auf der winzigen Sensorfläche.
Wie Euronews berichtet, kann das Ausrichten des Objektivs auf die Sonne ohne Schutz für einige Minuten das Kameramodul überhitzen und die Fotodioden, die den Sensor bilden, dauerhaft verbrennen. Die Folge wären Flecken oder "tote" Pixel, die nicht wiederhergestellt werden können. Auch der thermische Schutz des Telefons kann aktiviert werden, wodurch sich das Gerät automatisch ausschaltet. Für sichere und erfolgreiche Fotos ist es notwendig, einen Sonnenfilter auf der Vorderseite des Objektivs anzubringen. Experten empfehlen für bessere Ergebnisse den Pro-Modus der Kamera, einen niedrigen ISO-Wert und eine kurze Belichtungszeit.
Spanien als wissenschaftliches Labor
Im Gegensatz zu Kroatien, wo die Finsternis partiell sein wird, wird die totale Phase in Spanien etwas mehr als eine Minute dauern. Diese Minute der Dunkelheit wird ausreichen, um eine Reihe ehrgeiziger wissenschaftlicher Experimente zu starten. Die NASA wird beispielsweise mit ihrem Forschungsflugzeug WB-57 in 15.000 Metern Höhe fliegen, um den Mondschatten zu verfolgen, die Beobachtungszeit zu verlängern und die Sonnenkorona mit speziellen Kameras zu untersuchen.
Die Agentur wird außerdem sechs wissenschaftliche Ballons starten, um atmosphärische Parameter zu messen, einschließlich der Reaktion der unteren Atmosphärenschichten auf das plötzliche Verschwinden der Sonnenstrahlung. Ein ähnliches Ziel verfolgt das Projekt Globos, das von der Federación de Asociaciones Astronómicas de España geleitet wird, mit der Absicht, Bilder der Finsternis aus der hohen Atmosphäre zu erhalten und die Projektion des Mondschattens auf der Iberischen Halbinsel aufzuzeichnen.
Von Eddington bis zu Vögeln und dem menschlichen Herzen
Eines der historisch interessantesten Experimente ist das Modern Eddington Experiment, mit dem die berühmte Messung der Ablenkung des Sternenlichts aus dem Jahr 1919 wiederholt wird. Dieses Experiment bestätigte damals Einsteins Relativitätstheorie. In Spanien wird es von der Agrupación Astronómica de Barcelona koordiniert, und obwohl aufgrund der niedrigen Sonnenhöhe keine präzisen Daten erwartet werden, wird es als hervorragende Vorbereitung für die "Eclipse of the Century" am 2. August 2027 dienen.
Die Finsternis wird nicht nur ein astronomisches Ereignis sein. Das Projekt ECOECLIPSE wird die akustische Aktivität von Vögeln und Fledermäusen vor, während und nach den Finsternissen 2026, 2027 und 2028 untersuchen und erforschen, wie die plötzliche Dunkelheit Tiere verwirrt. Das Projekt SOLARIS, das von der Generalitat de Catalunya ins Leben gerufen wurde, konzentriert sich auf Menschen und verfolgt mit Smartwatches physiologische Reaktionen wie Herzschlag und Atmung, zwei Tage vor und zwei Tage nach der Finsternis.
Wissenschaft für alle zugänglich
Besondere Aufmerksamkeit wird der Inklusion gewidmet. Das Projekt Eclipse Inclusivo, das vom ICE-CSIC entwickelt wird, ermöglicht sehbehinderten Menschen, die Finsternis mit LightSound-Geräten zu "hören", die Lichtintensitätsänderungen in Töne umwandeln. Mehr als 50 Beobachtungsaktivitäten in ganz Spanien werden mit diesen Geräten ausgestattet.
Eine internationale Dimension erhält das Projekt NATE (North African Telescope Eclipse), das unter der Leitung des Instituto de Astrofísica de Canarias Spanien, Marokko und die USA verbindet. Es beginnt in Palencia und wird 2027 in Marokko fortgesetzt. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) wird in León und Javalambre in Teruel präsent sein, von wo aus eine internationale Übertragung ausgestrahlt wird, während das Observatorio de Yebes in Guadalajara als offizielles Zentrum zur Beobachtung der Finsternis in Spanien ausgewählt wurde.