Die Behörden in Puerto Rico haben aufgrund einer schweren Dürre, die die Insel heimgesucht hat, drastische Wasserbeschränkungen eingeführt. Hunderttausende Menschen sind ohne Wasser, und viele Haushalte wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, bei denen die Wasserversorgung abwechselnd für 48 Stunden unterbrochen wird, wie die BBC berichtet.
Die Gouverneurin des US-Territoriums, Jenniffer González, räumte ein, dass die Entscheidung "nach sorgfältiger Bewertung des aktuellen Wasserstands des Stausees Carraízo im Hinblick auf die Wettervorhersagen" getroffen wurde. In ihrer Erklärung betonte sie, dass die Lage außerhalb ihrer Kontrolle liege und eine Folge der Wetterbedingungen sei, vor denen Experten bereits vor mehreren Wochen gewarnt hätten.
Kritik und Infrastrukturprobleme
Die Bewohner der Hauptstadt San Juan, wo am Freitag die Wasserversorgung aus der Leitung eingestellt wurde, haben die Beschränkungsmaßnahmen scharf kritisiert. Die Behörden haben bisher nicht bekannt gegeben, wann diese aufgehoben werden könnten. Nach Angaben des US-amerikanischen Dürreüberwachungssystems ist ein Großteil Puerto Ricos von mäßiger bis schwerer Dürre betroffen.
Das Problem wird durch die anhaltende Infrastrukturkrise noch verschärft. Die Wasserbehörde von Puerto Rico hat mitgeteilt, dass etwa 65 Prozent des produzierten Wassers entweder verloren gehen oder nicht in Rechnung gestellt werden, wobei ein großer Teil der Verluste auf Lecks und marode Rohre zurückzuführen ist. Die Regierung hat bestätigt, dass sieben Regionen betroffen sind, die normalerweise aus dem genannten Stausee versorgt werden, und die Beschränkungsmaßnahmen betreffen sogar 180.000 Gebäude.
Europa unter Wasserstress
Während Puerto Rico mit der Knappheit kämpft, tauchen ähnliche alarmierende Anzeichen in ganz Europa auf. Nach Angaben der Europäischen Kommission betrifft Wasserstress jährlich 30 Prozent der Europäer und 20 Prozent des Landes. In Südeuropa sind 30 Prozent der Bevölkerung von dauerhaftem Wasserstress betroffen, und in den Sommermonaten steigt dieser Anteil auf bis zu 70 Prozent.
Die diesjährigen Hitzewellen haben dazu geführt, dass bis Mitte Juli sogar 38 Prozent des Landes von Dürre betroffen waren, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 15 Prozent im Januar. In Frankreich befinden sich 67 Departements im Krisenzustand und unter Wasserbeschränkungen, während 20 in hoher Alarmbereitschaft sind.
Donau auf niedrigstem Stand seit 1996
Die Donau ist auf den niedrigsten Stand seit 1996 gefallen, was sich auf Landwirtschaft, Transport und Energieerzeugung in Mittel- und Osteuropa, einschließlich Ungarn und Rumänien, auswirkt. Die Niederlande haben bereits im Juli eine Wasserknappheit ausgerufen, und Hausboote blieben auf ausgetrockneten Flüssen gestrandet. Sieben griechische Inseln in der Ägäis haben ebenfalls den Notstand wegen Dürre ausgerufen.
Die Europäische Union hat 2025 die Strategie zur Wasserresilienz ins Leben gerufen, die mehr als 50 konkrete Maßnahmen umfasst, um eine wasserbewusste Wirtschaft aufzubauen und den Wasserkreislauf zu schützen. Doch die Verluste sind weiterhin groß: Europa verliert 23 Prozent des aufbereiteten Wassers durch Lecks in der Infrastruktur.