HR EN DE
NEWS SPORT BIZNIS SCENA LIFESTYLE TECH

Puerto Rico führt Wasserbeschränkungen ein: Abschaltungen für 48 Stunden

Gouverneurin Jenniffer González räumt ein, dass die Lage außer Kontrolle ist. Rund 180.000 Gebäude sind von den Maßnahmen betroffen, und auch in vielen europäischen Ländern herrscht eine kritische Lage.

Foto: Wikipedia (Portoriko)
Kurz gesagt
  • Puerto Rico führt abwechselnde 48-stündige Wasserabschaltungen für 180.000 Gebäude wegen historischer Dürre ein.
  • Gouverneurin Jenniffer González sagt, die Lage sei außer Kontrolle und eine Folge der Wetterbedingungen.
  • Etwa 65 Prozent des produzierten Wassers auf der Insel gehen durch marode Infrastruktur und Rohrlecks verloren.
  • Europa verzeichnet ebenfalls alarmierende Wasserstresswerte: 38 Prozent des Landes in Dürre, Donau auf niedrigstem Stand seit 1996.

Die Behörden in Puerto Rico haben aufgrund einer schweren Dürre, die die Insel heimgesucht hat, drastische Wasserbeschränkungen eingeführt. Hunderttausende Menschen sind ohne Wasser, und viele Haushalte wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, bei denen die Wasserversorgung abwechselnd für 48 Stunden unterbrochen wird, wie die BBC berichtet.

Die Gouverneurin des US-Territoriums, Jenniffer González, räumte ein, dass die Entscheidung "nach sorgfältiger Bewertung des aktuellen Wasserstands des Stausees Carraízo im Hinblick auf die Wettervorhersagen" getroffen wurde. In ihrer Erklärung betonte sie, dass die Lage außerhalb ihrer Kontrolle liege und eine Folge der Wetterbedingungen sei, vor denen Experten bereits vor mehreren Wochen gewarnt hätten.

Kritik und Infrastrukturprobleme

Die Bewohner der Hauptstadt San Juan, wo am Freitag die Wasserversorgung aus der Leitung eingestellt wurde, haben die Beschränkungsmaßnahmen scharf kritisiert. Die Behörden haben bisher nicht bekannt gegeben, wann diese aufgehoben werden könnten. Nach Angaben des US-amerikanischen Dürreüberwachungssystems ist ein Großteil Puerto Ricos von mäßiger bis schwerer Dürre betroffen.

Das Problem wird durch die anhaltende Infrastrukturkrise noch verschärft. Die Wasserbehörde von Puerto Rico hat mitgeteilt, dass etwa 65 Prozent des produzierten Wassers entweder verloren gehen oder nicht in Rechnung gestellt werden, wobei ein großer Teil der Verluste auf Lecks und marode Rohre zurückzuführen ist. Die Regierung hat bestätigt, dass sieben Regionen betroffen sind, die normalerweise aus dem genannten Stausee versorgt werden, und die Beschränkungsmaßnahmen betreffen sogar 180.000 Gebäude.

Europa unter Wasserstress

Während Puerto Rico mit der Knappheit kämpft, tauchen ähnliche alarmierende Anzeichen in ganz Europa auf. Nach Angaben der Europäischen Kommission betrifft Wasserstress jährlich 30 Prozent der Europäer und 20 Prozent des Landes. In Südeuropa sind 30 Prozent der Bevölkerung von dauerhaftem Wasserstress betroffen, und in den Sommermonaten steigt dieser Anteil auf bis zu 70 Prozent.

Die diesjährigen Hitzewellen haben dazu geführt, dass bis Mitte Juli sogar 38 Prozent des Landes von Dürre betroffen waren, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 15 Prozent im Januar. In Frankreich befinden sich 67 Departements im Krisenzustand und unter Wasserbeschränkungen, während 20 in hoher Alarmbereitschaft sind.

Donau auf niedrigstem Stand seit 1996

Die Donau ist auf den niedrigsten Stand seit 1996 gefallen, was sich auf Landwirtschaft, Transport und Energieerzeugung in Mittel- und Osteuropa, einschließlich Ungarn und Rumänien, auswirkt. Die Niederlande haben bereits im Juli eine Wasserknappheit ausgerufen, und Hausboote blieben auf ausgetrockneten Flüssen gestrandet. Sieben griechische Inseln in der Ägäis haben ebenfalls den Notstand wegen Dürre ausgerufen.

Die Europäische Union hat 2025 die Strategie zur Wasserresilienz ins Leben gerufen, die mehr als 50 konkrete Maßnahmen umfasst, um eine wasserbewusste Wirtschaft aufzubauen und den Wasserkreislauf zu schützen. Doch die Verluste sind weiterhin groß: Europa verliert 23 Prozent des aufbereiteten Wassers durch Lecks in der Infrastruktur.

Häufige Fragen
Warum hat Puerto Rico Wasserbeschränkungen eingeführt? +
Wegen schwerer Dürre und des historisch niedrigen Wasserstands des Stausees Carraízo. Der Juli war der trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen, und 68 Prozent der Insel sind von Dürre betroffen.
Wie funktionieren die Wasserabschaltungen in Puerto Rico? +
Die Haushalte sind in zwei Gruppen aufgeteilt, bei denen die Wasserversorgung abwechselnd für 48 Stunden unterbrochen wird. Die Maßnahmen betreffen 180.000 Gebäude in sieben Regionen.
Was sind die Hauptursachen der Wasserkrise in Puerto Rico? +
Neben der Dürre stellt die marode Infrastruktur ein großes Problem dar. Etwa 65 Prozent des produzierten Wassers gehen verloren oder werden nicht in Rechnung gestellt, hauptsächlich aufgrund von Lecks und alten Rohren.
Wie wirkt sich die Wasserkrise auf Europa aus? +
Wasserstress betrifft 30 Prozent der Europäer. Die Donau ist auf dem niedrigsten Stand seit 1996, Frankreich hat 67 Departements im Krisenzustand, und die Niederlande sowie griechische Inseln haben den Notstand ausgerufen.

Anmelden

Zum Kommentieren müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Suchen
Beliebt
Nedavno pretraživano
helsinški sporazum
liga prvaka
digitalni mediji
Anmelden
Startseite
Prati nas na Googleu
Kategorien