Die Drau in Osijek ist weiter gefallen und hat Werte erreicht, die zu den niedrigsten in der Geschichte der Messungen zählen. Laut Daten von OsijekNews betrug der Wasserstand am Mittwoch, dem 5. August 2026, -181 Zentimeter, während zuvor auch ein Minimum von -192 Zentimetern verzeichnet wurde. Die Folgen sind dramatisch und mit bloßem Auge sichtbar.
Dort, wo vor kurzem noch die tiefe Flussströmung verlief, erstrecken sich nun riesige Sandbänke. Die Szenen im Flussbett im Herzen der Stadt erinnern eher an eine trockene, wüstenartige Landschaft als an einen der größten kroatischen Wasserläufe, eine eindringliche Erinnerung an die Schwere der diesjährigen Dürre.
Schifffahrtsstraße unterbrochen, Schiffe können den Hafen nicht anlaufen
Die niedrigen Wasserstände haben bereits konkrete und ernste Folgen für den Schiffsverkehr. Derzeit ist die Schifffahrt zum Hafen von Osijek nahezu zum Erliegen gekommen. Direkt nach der Straßenbrücke ist die Wassertiefe für die sichere Durchfahrt größerer Schiffe zu gering geworden. Das bedeutet, dass Schiffe Osijek nicht mehr anlaufen können, was die wirtschaftlichen Aktivitäten, die vom Flusstransport abhängen, direkt beeinträchtigt.
Dieser Zustand ist kein isolierter Vorfall. Lang anhaltende Hitzewellen, extrem hohe Temperaturen und sehr wenig Niederschlag haben den diesjährigen Sommer geprägt. Die Bodenfeuchtigkeit ist auf null, und die Wasserstände aller Flüsse in der Region sind viel niedriger als zu dieser Jahreszeit üblich.
Warnungen von Experten werden Realität
Experten warnen seit Jahren, dass der Klimawandel die Häufigkeit genau solcher Extremereignisse erhöhen wird. Längere Trockenperioden, höhere Durchschnittstemperaturen und erhöhte Verdunstung bedeuten, dass niedrige Wasserstände im Sommer immer häufiger auftreten werden. Auf der anderen Seite sind auch gegenteilige Wetterbedingungen zu erwarten, kurze, aber intensive Regenfälle, die zu einem schnellen Anstieg der Wasserstände und Überschwemmungen führen könnten.
Das riesige Sandbett im Herzen von Osijek, das auf Fotos und Videos festgehalten wurde, ist ein greifbarer Beweis dafür, dass die Folgen des Klimawandels keine abstrakten Warnungen mehr sind, sondern alltägliche Realität.
Gibt es Hoffnung auf Erholung?
Trotz der alarmierenden Szenen ist dieser Zustand nicht dauerhaft. Der Wasserstand der Drau ändert sich im Laufe des Jahres natürlich. Nach den Herbstregenfällen und dem Winterschnee im gesamten Einzugsgebiet sowie der Schneeschmelze in den Alpen im Frühjahr sollten die Wasserstände allmählich wieder zur Normalität zurückkehren.
Wenn die Wetterbedingungen dem langjährigen Durchschnitt entsprechen, wird der Flusspegel wieder steigen, die Sandbänke werden unter Wasser verschwinden und die Schifffahrtsstraße zum Hafen von Osijek wird wieder befahrbar sein. Dennoch zeigen gerade solche Szenen, wie empfindlich Flüsse auf lang anhaltende Trockenperioden reagieren und wie schnell das, was einst eine Seltenheit war, zu einem immer häufigeren Phänomen wird.