Ein kürzlicher Brand in Poreč, verursacht von deutschen Staatsbürgern, hat unter kroatischen Vermietern für Aufruhr gesorgt. Die Wohnung brannte vollständig aus, und der Eigentümer schätzte den Schaden auf rund 400.000 Euro. Doch was die Öffentlichkeit zusätzlich schockierte, war die Forderung der Vermietungsplattform, dass der geschädigte Gastgeber den Gästen eine Ersatzunterkunft zahlen solle, da diese nicht mehr in der zerstörten Unterkunft bleiben könnten.
Plattformen in der Kritik
Die Reaktionen der Vermieter in den sozialen Medien waren scharf. "Also, Gäste verursachen einen Schaden von 400.000 Euro, verstoßen gegen alle Regeln, zünden das Haus an, und dann verlangt die Plattform vom Eigentümer, ihnen eine Ersatzunterkunft zu zahlen?! Die Plattformen kassieren fette Provisionen, wenn alles reibungslos läuft, und wenn ein Problem auftritt, bleiben die Vermieter völlig ungeschützt. Beschämend", kommentierte ein Vermieter gegenüber Slobodna Dalmacija.
Eine andere Vermieterin fragte, wo die Tourismusverbände seien, für die man Mitgliedsbeiträge und Abgaben zahle: "Wenn so ein Problem auftritt, sollten sie als erste reagieren und dem Gastgeber helfen, ihn beraten, wie er vorgehen und an wen er sich in einer solchen Situation wenden soll."
Erfahrung aus erster Hand: 'Ich hatte Glück'
Ein Vermieter aus Dubrovnik mit zwei Wohnungen in seinem eigenen Haus und 20 Jahren Erfahrung gibt zu, dass er bisher mit minimalen Schäden davongekommen ist. "Einige haben zugegeben, dass sie einen Teller oder eine Schüssel zerbrochen haben und den Schaden ersetzt, andere haben sich 'dumm' gestellt und sind gegangen. Ich habe sie nicht angerufen, habe Neues gekauft und es vergessen", erzählte er.
Bei ihm sind Partys strengstens verboten, und das wird auch in der Anzeige betont. "Wenn sie laut sind, klingele ich an ihrer Tür, und wenn sie weitermachen, sage ich ihnen, dass ich die Polizei rufe. Dann wird es meistens ruhig, aber dafür bekomme ich eine negative Bewertung", fügte er mit einem süßsauren Lächeln hinzu. Sein Fazit ist bitter: "Unser Eigentum, unser Problem, und sie alle kassieren nur Steuern, Mitgliedsbeiträge und Provisionen."
Anwalt rät: Bewahren Sie Belege auf und wählen Sie die Police sorgfältig
Der Anwalt aus Dubrovnik, Nikola Mozara, erklärte gegenüber Slobodna Dalmacija die rechtlichen Schritte in solchen Situationen. Der erste Ratschlag betrifft die Versicherung. "Wenn der Vermieter eine Versicherungspolice hat, erleichtert das die Situation etwas, auch wenn die Frage ist, was genau in dieser Versicherungspolice steht. Vor der Unterzeichnung sollte man sich gut informieren, was sie abdeckt", warnte Mozara.
Wenn die Versicherung nur einen Teil des Schadens zahlt, kann der Eigentümer die Gäste auf den Rest verklagen. Denjenigen, die keine Versicherung haben, rät Mozara, eine Schadensersatzklage einzureichen und im Strafverfahren einen zivilrechtlichen Anspruch geltend zu machen. "Die Frage ist, wie die Staatsanwaltschaft den Fall einordnet, ob sie zu dem Schluss kommt, dass es sich um eine oder mehrere Straftaten handelt", erklärte er.
Gutachten und langwierige Rechtsstreitigkeiten
Der Anwalt betont, dass solche Verfahren mindestens zwei Jahre dauern. Entscheidend ist die Schadensbegutachtung, und die besten Beweise sind aufbewahrte Belege für alle Investitionen in die Wohnung. "Wenn es keine gibt, ist es am besten, ein Gutachten erstellen zu lassen, das den Schaden und seine Höhe nachweist", betonte Mozara.
Was die Tatsache betrifft, dass die Täter deutsche Staatsbürger sind, versichert Mozara, dass dies das Verfahren nicht verlängern wird: "Unabhängig davon, dass es sich im konkreten Fall um deutsche Staatsbürger handelt, sollte der Rechtsstreit nicht länger dauern, da wir in der Europäischen Union sind und die Zuständigkeit des Gerichts, das über den Fall entscheidet, am Wohnort des Klägers liegt."
Mozara kommentierte auch den Wandel der Zeiten, in denen Gäste nicht mehr persönlich empfangen werden: "Früher wurden die Gäste 'auf altmodische Weise' empfangen, und der Vermieter lernte sie kennen, jetzt werden sie von einem Schlüsselkasten empfangen, und meistens treffen sie den Vermieter gar nicht."