Am 13. August 2026 hat der Verein Prijatelji životinja (Tierfreunde) ein Schreiben an die Regierung der Republik Kroatien und Premierminister Andrej Plenković gesendet, in dem die Einrichtung einer separaten Inspektion für Tierschutz gefordert wird. Wie das Portal Hrvatska Danas berichtete, waren die jüngsten Vorfälle schwerer Vernachlässigung von Tieren in Dvor und im Gebiet der Učka der Anlass, wo Dutzende erschöpfte und verendete Tiere entdeckt wurden.
Anzeigen gingen jahrelang ein, Intervention blieb aus
Der Verein weist darauf hin, dass in beiden Fällen die zuständigen Behörden jahrelang Anzeigen erhalten haben, aber eine wirksame Intervention ausblieb, bis die Situation katastrophale Ausmaße annahm. Dies zeige ernsthafte Schwächen des bestehenden Tierschutzsystems in Kroatien.
Nach Angaben des Vereins kontrollieren Veterinärinspektoren neben dem Tierschutz parallel viele andere Bereiche wie Tiergesundheit, Infektionskrankheiten, Lebensmittel, Transport und Verkehr von Tieren. Daher können einzelne Fälle über Monate oder sogar länger ungelöst bleiben.
Spezialisierte Inspektoren und schnellere Bearbeitung
Prijatelji životinja schlagen vor, den Tierschutz aus dem breiten Zuständigkeitsbereich der Veterinärinspektion herauszulösen und einen spezialisierten Inspektionsdienst einzurichten. Die Einrichtung einer eigenen Inspektion würde eine größere Anzahl von Fachkräften, eine verbesserte Risikoanalyse und schnellere Reaktionen auf Meldungen ermöglichen.
Die Hauptaufgaben der Inspektoren wären die Bewertung des Tierwohls, die Aufdeckung von Vernachlässigung und Leiden, die Ergreifung geeigneter Maßnahmen sowie die Überwachung deren Umsetzung. Das vorgeschlagene System sollte eine frühzeitige Erkennung von Risikosituationen ermöglichen, zum Beispiel wenn sich an einem Ort eine große Anzahl von Tieren befindet, wenn mehrere Anzeigen gegen denselben Halter vorliegen oder wenn früher angeordnete Maßnahmen nicht umgesetzt werden.
Welche Gesetzesänderungen wären erforderlich?
Zur Umsetzung dieses Vorschlags ist es notwendig, das Gesetz über die Staatliche Inspektion, das Tierschutzgesetz sowie die Verordnung über die interne Organisation der Staatlichen Inspektion zu ändern. Auf diese Weise würden die Zuständigkeiten der neuen Inspektion für Tierschutz und ihr Verhältnis zur Veterinär- und Landwirtschaftsinspektion präzise definiert.
Der Verein betont, dass es nicht darum geht, ein überflüssiges paralleles System einzuführen, sondern um die Reorganisation und Spezialisierung der bestehenden Inspektionskräfte, mit einer Stärkung dort, wo es notwendig ist.
Prijatelji životinja fordern die Regierung auf, den Prozess zur Einrichtung einer eigenen Inspektion für Tierschutz einzuleiten und einen Rahmen zu schaffen, in dem Anzeigen über Vernachlässigung und Tierquälerei nicht über Monate oder Jahre ungelöst bleiben. Wie sie betonen, ist eine rechtzeitige Reaktion entscheidend, um zu verhindern, dass Fälle von Vernachlässigung erst entdeckt werden, wenn die Tiere bereits schwer verletzt, verhungert oder verendet sind.
"Anzeigen dürfen nicht monatelang und jahrelang warten", so die Botschaft des Vereins Prijatelji životinja.