In der Bucht von Štinjan wurde gestern eine neue Quallenart gesichtet, die die Meereswelt vor der Westküste Istriens bereichert, aber auch beunruhigt hat. Es handelt sich um eine Hydromeduse mit dem lateinischen Namen Aequorea forskalea, deren Auftreten zusammen mit der bereits vorhandenen Mittelmeerqualle (Cotylorhiza tuberculata) registriert wurde, über die in den letzten Tagen bereits berichtet wurde.
Durchsichtig und im Meer kaum sichtbar
Diese Hydromeduse hat einen fast durchsichtigen Körper, weshalb sie im Meer sehr schwer zu erkennen ist. Ihr Schirm kann einen Durchmesser von 10 Zentimetern erreichen. Am Rand des Schirms befinden sich zahlreiche, extrem kurze und kaum sichtbare Tentakel. Ein charakteristisches Aussehen verleihen ihr acht oder mehr Radialkanäle, die von ihrem Mund ausgehen, wodurch sie von oben betrachtet an ein Rad erinnert. Die Fotos wurden von der außerordentlichen Professorin Dr. Petra Burić aufgenommen, und die im Flachwasser gefundenen Exemplare waren bereits durch das Aufprallen auf Felsen und Steine ziemlich beschädigt, sodass sie oft ohne Ränder mit kurzen Tentakeln waren.
Appell der Experten: Nicht berühren, besonders Kinder
Obwohl diese Art nicht lebensbedrohlich ist, warnen Experten die Bevölkerung zur Vorsicht. Bei hypersensiblen Personen kann es zu einer leichten allergischen Reaktion kommen, insbesondere an empfindlicheren Körperstellen wie Bauch und Hals. An der Kontaktstelle können Rötungen und kleine Bläschen auftreten, die nach 2 bis 3 Tagen abklingen. Personen, die den Kontakt erlebt haben, beschreiben das Gefühl als ein mittelstarkes Brennen, ähnlich einem Wespenstich.
"Daher appellieren wir an die Bürger, sie nicht zu berühren, da bei empfindlicheren Personen eine Reaktion auf den Kontakt mit Exemplaren auftreten kann, die noch kurze Tentakel haben. Es ist wichtig, Kinder darauf hinzuweisen, dass sie mit dieser Art von Hydromeduse nicht spielen sollten, indem sie die Tiere in die Luft werfen und sich damit bewerfen, da es zu leichten Verbrennungen kommen kann", heißt es in dem Appell.
Warum sind sie gerade jetzt aufgetaucht?
Der außerordentliche Professor Dr. Paolo Paliaga, Leiter der Abteilung für Ozeanographie an der Fakultät für Naturwissenschaften in Pula, erklärte gegenüber Glas Istre die Gründe für dieses ungewöhnliche Sommerphänomen. "Diese Art von Hydromeduse tritt normalerweise kurzzeitig Ende März auf, aber in diesem Jahr hat sie ihr Maximum dieser Tage. Höchstwahrscheinlich haben die Dürre und der Wassermangel der italienischen Flüsse die Planktongemeinschaft und die Etablierung geostrophischer Strömungen in der nördlichen Adria beeinflusst, die eine spätere Vermehrung dieser Art begünstigt haben. Das Auftreten wurde auch in der Umgebung von Rovinj registriert", sagte Paliaga.
Experten vermuten, dass Exemplare dieser Art auch in anderen Buchten an der Westküste Istriens vorhanden sind, daher wird Badegästen zusätzliche Vorsicht empfohlen.