Der ehemalige Bürgermeister von Split, Ivica Puljak, kritisierte am 9. August 2026 scharf die Regierungspartei und die staatliche Inspektion und beschuldigte sie, diese Institution in ein Mittel zum Schutz von Geeigneten und für Angriffe auf politische Andersdenkende verwandelt zu haben. Anlass für seine Reaktion war der Abfallskandal in Lika, von dem er behauptet, er sei nur die "Spitze des Eisbergs".
"Ich sehe, was in Lika mit dem Abfall passiert, und fühle nur Trauer und Wut. Trauer wegen der zerstörten Natur und Wut, weil wir das alle hätten vorhersehen können. Wir alle wissen, wie das HDZ-System funktioniert", so Puljak.
Direkte Kritik am Premierminister wegen der Wahl des Inspektionsleiters
Besonders ging er auf Premierminister Andrej Plenković ein, den er für die Ernennung von Andrija Mikulić zum Leiter der staatlichen Inspektion verantwortlich macht. "Und lasst euch nicht von Andrej Plenković für dumm verkaufen mit der Geschichte, er habe 'nichts gewusst'. Der 'arme und ehrliche' Andrej hat absichtlich Andrija Mikulić an die Spitze der Inspektion gesetzt. Er wusste genau, wer er ist und wie er arbeitet", behauptete er.
Als Beispiel für die doppelten Standards beschrieb der ehemalige Bürgermeister seine eigenen Erfahrungen aus der Zeit, als er Split leitete. Nach seinen Worten zeigte die Inspektion eine außergewöhnliche Effizienz, sobald sie den Auftrag erhielt, ihn persönlich zu bestrafen. "Andrija Mikulić ist persönlich nach Split geflogen, um meinen Fall zu überwachen. Das Ergebnis? Ich habe persönlich 15.000 Euro Strafe gezahlt, weil ich das öffentliche Interesse und das Geld der Stadt geschützt habe", erklärte Puljak.
Vertuschung von Dokumenten über die Verschmutzung in Split
Ein weiteres Beispiel, das er hervorhob, betrifft das Problem der Luftverschmutzung auf den Brda-Hügeln in Split. Puljak behauptet, die Inspektion habe Dokumente im Zusammenhang mit einem Unternehmen, das, wie er sagt, der HDZ nahesteht, verheimlicht, und der Stadt Split seien sie erst übergeben worden, nachdem ein Gericht dies angeordnet hatte. "Die gesamte Führungsspitze der HDZ in Split und Dalmatien wusste, was passiert, und unterstützte es schweigend. Sie reagierten erst, als sie keine Fluchtmöglichkeit mehr hatten", betonte er.
Trotz der scharfen Anschuldigungen gegen das System hob Puljak die ehrlichen Mitarbeiter der Inspektion von der politischen Spitze ab. "Den ehrlichen Inspektoren, die in diesem System versuchen, ihre Arbeit gewissenhaft zu machen, gebührt aller Respekt, aber die politische Krake der HDZ hält ihnen die Hände gebunden", schrieb er.
Abschließend stellte er fest, dass "ein solches System nicht mit kosmetischen Veränderungen repariert wird, sondern nur mit dem vollständigen Sturz des HDZ-Modells bei den Wahlen".