Arbeitsgruppe warnt: Kaštijun hat keinen Messbrunnen außerhalb der Anlage
Zivile Kontrolle fordert externe Messpunkte und einen Abfallwirtschaftsplan, während sie auf 30.000 Tonnen Abfallkraftstoff hinweist, die direkt auf dem Boden gelagert werden.
Zivile Kontrolle fordert externe Messpunkte und einen Abfallwirtschaftsplan, während sie auf 30.000 Tonnen Abfallkraftstoff hinweist, die direkt auf dem Boden gelagert werden.
Die Arbeitsgruppe für die zivile Kontrolle des Betriebs der Firma Kaštijun hat am Montag, dem 10. August 2026, eine scharfe Stellungnahme veröffentlicht, in der sie eine Schlüsselfrage stellt: Kann sich am Landkreiszentrum für Abfallwirtschaft ein Szenario wiederholen, das dem der illegalen Deponie in Gospić ähnelt? Obwohl der Jahresbericht des Instituts für öffentliche Gesundheit der Gespanschaft Istrien für 2025 keine Überschreitung der Grenzwerte verzeichnet, weist die Gruppe darauf hin, dass das Überwachungssystem einen strukturellen Mangel aufweist, der ein wahres Bild der Lage verhindert.
Nach Angaben der Arbeitsgruppe werden das Grundwasser und der Boden in Kaštijun regelmäßig überwacht, jedoch befinden sich alle drei Messbrunnen innerhalb der Grenzen der Anlage selbst. Es fehlt jeglicher Referenzpunkt außerhalb des Zentrumsgeländes, der einen Vergleich der Proben vor und nach der Anlage ermöglichen würde. "Gerade der Vergleich der Proben vor und nach der Anlage in Gospić hat die Verschmutzung aufgedeckt. Kaštijun führt einen solchen Vergleich einfach nicht durch, so dass weder bestätigt noch ausgeschlossen werden kann, was er zeigen könnte", so die Arbeitsgruppe.
Besondere Besorgnis erregt die Art der Abfalllagerung. Die Arbeitsgruppe behauptet, dass sich auf dem Gelände, entgegen den Umweltauflagen, etwa 30.000 Tonnen SRF, also Abfallkraftstoff, befinden. Die Ballen liegen direkt auf dem Boden, ohne undurchlässige Unterlage, Folie oder anderen angemessenen Schutz. Dies ist nicht der erste derartige Vorfall. "Die Arbeitsgruppe hat bereits am 25. November 2022 der Inspektion die illegale Ablagerung von Metallfraktionen auf einer unvorbereiteten Freifläche gemeldet. Nachdem neben dem Haufen eine Flüssigkeit unbekannter Herkunft beobachtet wurde, zeigte eine unabhängige Analyse des Oberflächenwassers eine Verschmutzung und mehrfache Überschreitungen der zulässigen Werte, bei einigen Schadstoffen sogar bis zu 30-fach über dem zulässigen Wert. Daher ist die Angst der Bürger verständlich", heißt es in der Stellungnahme.
Der Bürgermeister von Pula, Peđa Grbin, kündigte letzte Woche an, dass im Rahmen der Änderungen des Stadtentwicklungsplans ein neuer Standort für die Kompostieranlage vorgesehen wird, obwohl diese laut geltendem Dokument in Kaštijun geplant ist. Die Arbeitsgruppe begrüßt diese Nachricht, stellt jedoch die logische Frage: "Das ist eine gute Nachricht, und wir begrüßen sie. Es stellt sich jedoch die Frage: Wenn klar ist, dass Kaštijun keine weitere Anlage verkraften kann, warum wurde dann auf der letzten Sitzung des Stadtrats angekündigt, dass die Trocknungsanlage für Fäkalschlamm doch genau dort hinkommen soll?"
Die Mitglieder der Gruppe erwarten, dass dieselbe Logik, die zur Suche nach einem alternativen Standort für die Kompostieranlage führt, auch auf die Trocknungsanlage angewendet wird. "Kaštijun ist bereits jetzt überlastet, und die Bürger Südistriens spüren das jeden Tag durch den Gestank, der sich in die umliegenden Siedlungen und bis zu den entlegensten Inseln Südistriens ausbreitet", warnen sie.
Die Arbeitsgruppe weist auch darauf hin, dass die Gespanschaft Istrien bis heute keinen Abfallwirtschaftsplan verabschiedet hat, ein Dokument, das gesetzlich bereits im Januar 2024 hätte verabschiedet werden müssen. "Ohne ihn gibt es keine klare, planmäßige Entscheidung darüber, wo die Kompostieranlage, die Biogasanlage, die Klärschlammtrocknungsanlage und andere fehlende Infrastruktur stehen sollen. Das Ergebnis ist, dass, wann immer eine neue Anlage benötigt wird, der erste und einzige Vorschlag automatisch Kaštijun ist", so die Gruppe.
Abschließend fordert die Arbeitsgruppe eine transparentere Überwachung mit externen Kontrollpunkten, die dringende Verabschiedung des Abfallwirtschaftsplans und ein Ende der Praxis, Kaštijun als automatische Lösung für jeden neuen Infrastrukturbedarf zu betrachten. "Die Bürger Südistriens verdienen einen Plan, nicht Chaos, und sie verdienen, dass die bestehende Anlage, wenn sie schon dort bleiben muss, so arbeitet, wie es ihre Betriebsgenehmigung vorschreibt", schließen die Mitglieder der Arbeitsgruppe für die zivile Kontrolle des Betriebs der Firma Kaštijun.