Die Kritikerin des Večernji list, Jelena Ružić, hat zwei Filme rezensiert, die auf dem Rab Film Festival gezeigt werden und beide perfekt zum Festivalmotto "Die Wahrheit braucht ein Publikum" passen. Es handelt sich um den Gesellschaftshorror "Drei Wochen später" von Miroslav Terzić und die ungarische schwarze Komödie "Wie zu Hause" von Gábor Holtai, Werke, die den Zuschauer mit beunruhigenden Darstellungen von moralischem Verfall und menschlicher Isolation konfrontieren.
Stilles Böse, das unerträglich wird
Der Film "Drei Wochen später" feierte seine Weltpremiere in Karlovy Vary und seine Heimpremiere in Pula, wo er drei Preise gewann: für den besten Schnitt, die beste Regie und das beste Drehbuch. Es handelt sich um eine serbisch-kroatische Minderheitenproduktion mit einer Laufzeit von 94 Minuten. Die Handlung folgt Schülern und ihren beiden Lehrern, gespielt von Tihana Lazović und Branislav Trifunović, auf einem Ausflug, der nur drei Wochen nach dem Selbstmord eines Schülers stattfindet.
Als Coca, der Junge, der dem verstorbenen Andrija am nächsten stand, beim Aufbruch auftaucht, sehen seine Mitschüler im Bus dies als Anlass, das schikanöse Verhalten fortzusetzen, das Andrija in den Selbstmord getrieben hat. Im Film spielen auch Anđela Alavirević und Jovan Ginić mit.
Ružić betont, dass die Menge an stillem Bösen, das als "Kinder- und Teenagerspaß" getarnt ist, schlicht unerträglich ist. Regisseur Terzić vermeidet Explizitheit, und die quälendste Szene spielt sich ab, während eines der Mädchen auf ihrem Handy scrollt und im Hintergrund zu hören ist, was die Täter tun. Sie verhält sich psychopathisch kalt und sagt in einem Moment: "Komm, mir ist langweilig", woraufhin die Gruppe mit ihrer Schikane aufhört.
Die Kritikerin vergleicht den Film mit "Clip" von Maja Miloš, das zuletzt in unserem Sprachraum so erschütternd war, aber voller expliziter Szenen steckte. Gerade deren Abwesenheit macht Terzićs Film unendlich beunruhigend, denn, wie sie anmerkt, wissen wir alle, dass etwas passiert, aber wir sehen nicht genau was, genau wie im echten Leben. Der Film ist von wahren Begebenheiten inspiriert.
Identitätsraub im ungarischen Thriller
Der ungarische Psychothriller "Wie zu Hause" von Gábor Holtai dauert 124 Minuten und feiert auf Rab seine kroatische Premiere. Die Hauptprotagonistin Rita, gespielt von Rozi Lovas, ist eine Frau, die in einem Schuhgeschäft arbeitet, gekündigt wird, keine Freunde hat und keinen Kontakt zu ihrer Familie. Eines Tages wird sie von einem unbekannten Mann entführt, gespielt von Áron Molnár, der behauptet, sie sei seine Schwester Szilvi.
So sehr sich Rita wehrt, so sehr bestraft der Mann sie. Er gibt ihr ein Tagebuch, in dem alle Familienmitglieder beschrieben sind, und sagt, er werde sie freilassen, wenn ihre Erinnerung zurückkehrt. Rita erkennt bald, dass sie die falsche Identität akzeptieren muss, und als sie erkennt, um welche Familie es sich handelt, will sie nur noch fliehen.
Ružić beschreibt den Film als äußerst abgedrehtes und beunruhigend verdrehtes Werk, das Fragen nach dem Sinn und der Wertlosigkeit des Lebens stellt, nach dem ewigen Streben des Menschen nach Zugehörigkeit und der Süße der Macht. Besonders hebt sie die kammerspielartige Atmosphäre und das Szenenbild hervor, aus dem fast der Schimmel der Wohnung herausquillt, in der der Film größtenteils spielt.