Rezo: Grundwasserleiter verfügen über 563 Millionen m³ erneuerbarer Reserven pro Jahr
Direktor des VGO für Mur und obere Drau warnt vor wachsendem Druck auf Grundwasserleiter durch Dürren, Bewässerung und Netzverluste.
Direktor des VGO für Mur und obere Drau warnt vor wachsendem Druck auf Grundwasserleiter durch Dürren, Bewässerung und Netzverluste.
Drei wichtige Grundwasserkörper im Norden Kroatiens, Varaždin, Međimurje sowie Legrad/Slatina, verfügen zusammen über geschätzte 563 Millionen Kubikmeter erneuerbarer Reserven pro Jahr. Diese Daten stammen von den Kroatischen Gewässern (Hrvatske vode) und wurden am Montag, dem 10. August 2026, von Milan Rezo, Direktor des VGO für Mur und obere Drau, vorgelegt. Dabei warnte er, dass Klimawandel, immer längere Trockenperioden und ineffizienter Verbrauch einen strategischen Umgang mit dieser Ressource erfordern.
Die langfristige Versorgungssicherheit, betonte Rezo in seiner Mitteilung, dürfe nicht nur anhand der Gesamtwassermengen bewertet werden. Entscheidend sei die Überwachung der erneuerbaren Reserven, und die Grenzen dieser hydrogeologischen Einheiten deckten sich nicht mit den administrativen Grenzen der Gespanschaften. Die Reserven im Untergrund seien nicht unendlich.
Der Norden des Landes liegt über ausgedehnten alluvialen Grundwasserleitern, die von Drau und Mur gespeist werden. Lange Trockenperioden und niedrige Wasserstände dieser Flüsse können die natürliche Neubildung verlangsamen, während hohe Temperaturen gleichzeitig die Nachfrage erhöhen, von Haushalten, Wirtschaft, Industrie bis hin zur Landwirtschaft.
Die aktuellen Wasserstände von Drau und Mur im Einzugsgebiet liegen noch immer über den historischen Minima, doch Rezo relativiert die Besorgnis nicht.
"Wasser gibt es derzeit noch, aber der Druck auf den Grundwasserleiter steigt", warnte er.
Zu den größten Herausforderungen zählt Rezo die Verluste in den öffentlichen Wasserversorgungsnetzen. Durch deren Reduzierung, erklärte er, könnten zusätzliche Wassermengen geschaffen werden, ohne neue Quellen zu erschließen und die Grundwasserressourcen zusätzlich zu belasten. Die Regierung, das Ministerium für Umweltschutz und grünen Wandel sowie die Kroatischen Gewässer haben die öffentlichen Wasserversorger bereits aufgefordert, Pläne zur Reduzierung dieser Verluste zu erstellen.
Mit Blick auf den wachsenden Wasserbedarf der Landwirtschaft in trockenen Monaten wies Rezo die Vorstellung zurück, dass Bewässerung an sich ein Problem sei.
"Bewässerung ist kein Problem, sondern Teil der Lösung; deshalb ist die Lösung nicht, Bewässerung zu verbieten, sondern sie effizienter zu gestalten", betonte er.
Als Prioritäten zur Stärkung der Wassersicherheit nannte Rezo: Reduzierung der Verluste in den Verteilnetzen, Schutz der Quellen, Steigerung der Bewässerungseffizienz, Bau von Speicherbecken zur Regenwassersammlung sowie die Vernetzung der Wasserversorgungssysteme.
Abschließend betonte er, dass die Behauptung, es gebe kein Wasser, falsch sei, die Grundwasserleiter in Kroatien seien ergiebig, doch mit diesem Reichtum müsse wie mit einem strategischen Gut umgegangen werden.
"Man kann nicht die Botschaft senden, dass wir kein Wasser haben, denn in Kroatien haben wir es im Überfluss in den Grundwasserleitern, aber wir müssen es wie eine strategische Ressource bewirtschaften", so Rezo.