Der legendäre französische Fußballer Franck Ribery durchlief die Hölle, bevor er zu einem der bekanntesten Spieler seiner Generation wurde. Seine Lebensgeschichte, geprägt von Ablehnung, schweren Verletzungen und grausamen Beleidigungen, ist ein Zeugnis unglaublicher Charakterstärke, die ihn letztendlich zu den Sternen führte.
Als Baby ausgesetzt, mit zwei Jahren entstellt
Seine leiblichen Eltern hat Ribery nie kennengelernt. Seine Mutter ließ ihn als Neugeborenes vor einem Kloster in Frankreich zurück. Doch das war nur der Anfang seiner Lebensprüfungen. Als er gerade zwei Jahre alt war, erlitt er einen schrecklichen Autounfall, bei dem er schwere Gesichtsverletzungen davontrug und die Ärzte ihm ganze 100 Stiche setzen mussten. Die Folgen dieses Unfalls trug er sein ganzes Leben in Form sichtbarer Narben.
"Sie nannten mich Frankenstein und Quasimodo"
Genau diese Narben wurden zur Quelle ständiger Demütigungen während des Aufwachsens. Ribery offenbarte in einem ehrlichen Interview mit Life Booger 2018, durch welche Qualen er ging.
"Die Narben im Gesicht haben mir Charakter und diese Ausdauer gegeben. Denn wenn man ein Kind ist und so eine Narbe hat, ist das nicht leicht. Wegen der Art, wie die Leute einen ansehen und ihrer Kommentare, litt auch meine Familie. Das Traurigste daran war, dass solche Kommentare von den Eltern anderer Kinder kamen, von denen, mit denen ich spielte. Und das ist sehr grausam,"
erzählte er. Er fügte hinzu, dass sie ihn in der Schule verspotteten und mit abwertenden Namen wie Frankenstein und Quasimodo riefen.
Stärke im Fußball gefunden
Trotz der täglichen Schikanen ließ sich Ribery nicht brechen. All seinen Schmerz und Frustration kanalisierte er in den Fußball.
"Ich habe unter all dem gelitten, aber ich habe nie geweint, wirklich nie. Meine ganze Energie habe ich auf den Fußball gerichtet. Ohne die Narben wäre ich eine gewöhnliche Person, und jetzt habe ich dank ihnen einen großen Charakter und Willen. Ich bin stolz auf alles, was ich durchgemacht habe, es war nicht leicht, aber deshalb liebe ich heute mein Leben,"
sagte der heutige Spieler der italienischen Salernitana.
Von Marseille zum Münchner Märchen mit kroatischen Teamkollegen
Sein Talent konnte nicht unbemerkt bleiben. 2007 wechselte er für 25 Millionen Euro von Marseille zu Bayern, womit die erfolgreichste Phase seiner Karriere begann. Beim Münchner Klub gewann er fast alles, was es zu gewinnen gibt, und teilte sich die Kabine auch mit den kroatischen Nationalspielern Mario Mandžukić und Danijel Pranjić. Der Höhepunkt individueller Anerkennung kam 2013, als ihn das renommierte Magazin France Football zum französischen Fußballer des Jahres kürte. Vom Profifußball verabschiedete er sich 2022 ausgerechnet im Trikot von Salernitana, dem Klub, bei dem er seine reiche Spielerkarriere beendete.