Bis zum Ablauf der vertraglich vereinbarten Frist für das ambitionierte Robotaxi-Projekt der Firma Verne, früher bekannt als Project 3 Mobility, bleiben weniger als ein Monat. Trotzdem hat die Öffentlichkeit noch immer keinen überzeugenden Beweis erhalten, dass Gründer Mate Rimac die Verpflichtungen erfüllen wird, für die aus dem Staatshaushalt fast 180 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt wurden.
Die Frist für das Projekt mit dem Namen "Forschung, Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen neuer Mobilität und begleitender Infrastruktur" endet am 31. August 2026. Bisher wurden etwa 89,7 Millionen Euro als Vorschuss ausgezahlt, während nur 8,7 Millionen Euro gerechtfertigt wurden, wie aus früher veröffentlichten Informationen hervorgeht, die Teleskop.hr übermittelt.
Widersprüchliche Informationen zur Rückzahlung
Die Situation wird zusätzlich durch widersprüchliche Aussagen über das Schicksal des Projekts vernebelt. Einer Version zufolge informierte Rimac die Regierung der Republik Kroatien bereits im Januar 2026 darüber, dass er auf die restlichen Mittel verzichtet, die bereits ausgezahlten 89,7 Millionen Euro zurückzahlt und das Projekt mit eigenem Kapital fortsetzt.
Aus den Banski dvori kam jedoch eine ganz andere Botschaft. Sie behaupteten, dass ein offizieller Antrag auf Vertragsauflösung nie eingegangen sei und dass Rimac, nachdem er eine Rückzahlung in Betracht gezogen hatte, sich dennoch entschieden habe, im Projekt zu bleiben und bis zum Ende zu versuchen, die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen.
"Der Vertrag läuft weiterhin und der Begünstigte hat alle Verpflichtungen aus diesem Vertrag. Alle bisherigen wesentlichen Anforderungen wurden ordnungsgemäß erfüllt", hieß es damals aus der Regierung.
Technologie, die es nirgendwo auf der Welt gibt
Der Kern des Problems liegt im Herzen des Projekts selbst, der Technologie des autonomen Fahrens. Das Projekt war als Entwicklung eines Fahrzeugs der Autonomiestufe 5 konzipiert, das ohne Fahrer und ohne jegliches menschliches Eingreifen unter allen Verkehrsbedingungen fahren kann. Eine solche Technologie ist derzeit nirgendwo auf der Welt im kommerziellen Einsatz, nicht einmal bei den größten Technologieunternehmen.
Rimacs Firma verließ sich zunächst auf die Technologie des israelischen Unternehmens Mobileye und dann auf das chinesische Pony.ai. Beide Unternehmen entwickeln Systeme mit deutlich niedrigeren Autonomiestufen, was die Frage aufwirft, ob das Projekt von Anfang an auf einem Versprechen beruhte, das innerhalb der gesetzten Frist nicht realistisch zu erfüllen war.
Wo sind fast 90 Millionen Euro geblieben?
Angesichts der Tatsache, dass von den fast 90 Millionen ausgezahlten Euro nur 8,7 Millionen gerechtfertigt wurden, ist die Schlüsselfrage, wofür der Rest des Geldes ausgegeben wurde. Die Öffentlichkeit hat keine genaue Antwort darauf, wie viel für Gehälter, Berater, externe Dienstleistungen, Ausrüstung oder Immobilien ausgegeben wurde, noch wie viel dieser Kosten direkt mit den vereinbarten Projektzielen zusammenhängt.
Je näher der 31. August rückt, desto mehr erweckt das Schweigen sowohl der Firma Verne als auch der zuständigen Institutionen den Eindruck, dass die Öffentlichkeit auf eine Erklärung vorbereitet wird, warum das große Versprechen des kroatischen Robotaxis doch nicht erfüllt wird. Die Verantwortung liegt, wie betont wird, nicht nur beim Gründer, sondern auch bei den Institutionen, die das Projekt genehmigt, für machbar erklärt und jahrelang seine Umsetzung überwacht haben.