In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden in Kroatien mehr als 16.000 Kinder geboren, mehr als im gleichen Zeitraum der letzten drei Jahre. Zuletzt wurde eine so hohe Zahl von Neugeborenen im ersten Halbjahr 2022 verzeichnet, das zugleich das letzte Jahr mit insgesamt über 33.000 geborenen Babys war.
Obwohl die Daten für 2025 und 2026 einen Anstieg zeigen, liegen sie immer noch weit unter den Zahlen vor dem EU-Beitritt Kroatiens, als jährlich über 41.000 Kinder geboren wurden, also mehr als 20.000 in einem Halbjahr. Selbst damals war die natürliche Bevölkerungsentwicklung aufgrund der höheren Sterbezahl negativ. Der aktuelle Trend bedeutet also keine demografische Erholung, sondern ein Stopp des Rückgangs der Geburtenzahlen.
Erstmals seit 18 Jahren mehr zu- als abgewanderte Kroaten
Neben dem leichten Anstieg der Geburtenzahlen hat das Staatliche Statistikamt kürzlich auch eine positive Migrationsbilanz kroatischer Staatsbürger veröffentlicht. Erstmals seit 18 Jahren sind mehr kroatische Staatsbürger nach Kroatien zugezogen als fortgezogen. Doch diese Statistik verbirgt ein besorgniserregendes Detail: Bei Kindern bis neun Jahren und Jugendlichen bis 19 Jahren ist die Auswanderung weiterhin größer als die Zuwanderung.
Das bedeutet, dass die Migrationsbilanz kroatischer Staatsbürger für alle Altersgruppen über 19 Jahren positiv ist, aber gerade bei Familien mit Kindern negativ bleibt. Mit anderen Worten: Es ziehen weiterhin mehr junge Familien aus dem Land fort, als zurückkehren. Das Ministerium für Demografie und Einwanderung hingegen behauptet, dass der größte Teil der Rückkehrer, die sich an sie wenden, gerade Familien mit Kindern im Vorschul- und Schulalter sind, und deutet an, dass ein Teil der Rückkehrer unter dem Radar der offiziellen Statistik bleibt. Sie fügen hinzu, dass im letzten Schuljahr die bisher höchste Zahl eingeschriebener Rückkehrerkinder verzeichnet wurde.
Erhöhtes Elterngeld bis zu dreitausend Euro
Kroatien hat seit 2024 ein Ministerium für Demografie und Einwanderung, das von Ivan Šipić von der Domovinski pokret (Heimatbewegung) geleitet wird. Eine der Schlüsselmaßnahmen, die auch von der Opposition unterstützt wird, ist die Erhöhung des Elterngeldes für die zweiten sechs Monate des Elternurlaubs. Bisher betrug die Höchstgrenze für diesen Zeitraum 995 Euro, jetzt ist es das volle Gehalt bis zu einem Betrag von dreitausend Euro.
Für die meisten Bürger bedeutet das, dass sie im ersten Lebensjahr des Kindes während des Elternurlaubs mit dem vollen Gehalt rechnen können. Das Ministerium für Demografie und Einwanderung teilt mit, dass die neuen Daten "gewissen Optimismus" verleihen, warnt aber auch davor, dass es keinen Grund für Euphorie gibt.
"Die Daten für 2025 zeigen erste ermutigende Fortschritte. Nach einer langen Phase negativer Trends steigt die Zahl der geborenen Kinder und die Einwohnerzahl wächst weiter. Die neuen demografischen Indikatoren, auch wenn sie noch eine bescheidene Wende darstellen, verleihen gewissen Optimismus", so das Ministerium für Demografie und Einwanderung gegenüber Telegram.hr.
Im Mai 235 Kinder mehr, größter Anstieg in drei Gespanschaften
Besonders ermutigend finden sie die Daten für Mai 2026, als sogar 235 Kinder mehr geboren wurden als im gleichen Monat des Vorjahres. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden insgesamt 653 Kinder mehr geboren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was der Anzahl von Schülern in 38 Schulklassen bzw. einer ganzen Schule entspricht.
"Besonders ermutigend sind die Daten für Mai 2026, als sogar 235 Kinder mehr geboren wurden als im Mai des Vorjahres. Das zeigt, dass Kroatien in die richtige Richtung geht, aber wir haben keinen Grund für Euphorie", so das Ministerium abschließend.
Was das regionale Bild betrifft, verzeichnen die Gespanschaft Split-Dalmatien und Zagreb den größten Anstieg der Neugeborenen. Es folgt die Gespanschaft Osijek-Baranja, was das Ministerium als besonders wichtigen Punkt hervorhebt, da sich die demografische Lage seit Jahren gerade in Slawonien, Baranja und Syrmien sowie in der Banija am stärksten verschlechtert.