Rumänische Militärtaucher haben am 11. August 2026 zwei russische Drohnen zerstört, die im Schwarzen Meer in unmittelbarer Nähe des strategischen Gasprojekts Neptun Deep gefunden wurden. Die Drohnen trieben etwa 166 Kilometer vor der Küste von Constanța, als sie von der Besatzung eines in der Nähe der Plattform arbeitenden Schiffes gesichtet wurden, teilte Verteidigungsminister Radu Miruță mit.
Explosive Beseitigung der Bedrohung
Miruță teilte auf seinem Facebook-Profil ein Video, das die Zerstörung einer der Drohnen zeigt. Auf der Aufnahme ist zu sehen, wie Taucher der rumänischen Armee Sprengstoff einsetzen, um das Fluggerät auf dem Wasser zu neutralisieren. Die beiden gefundenen Drohnen wurden als Modelle vom Typ Gerbera russischer Bauart identifiziert.
Der Minister gab außerdem bekannt, dass Rumänien "ukrainische Partner kontaktiert hat, die bestätigten, dass die Systeme nicht ihnen gehören", was die russische Herkunft der Drohnen weiter bestätigte.
Wachsende Bedrohung an der Ostflanke
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund anhaltender Verletzungen des rumänischen Luftraums seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Dutzende russische Drohnen sind über die rumänische Grenze abgeirrt, verursachten gelegentlich Schäden und zwangen Rumänien zu kostspieligen Abfangjäger-Einsätzen.
Einer der schwerwiegendsten Vorfälle ereignete sich am 29. Mai 2026, als eine russische Drohne vom Typ Geran-2 mit Sprengstoff ein Wohngebäude im Südosten Rumäniens traf. Dabei wurden ein Kind und eine Frau verletzt, 70 Menschen wurden evakuiert. Bei einem früheren Angriff beschädigte eine russische Drohne eine Werkstatt und einen Strommast, was mehr als 500 Menschen zur Evakuierung zwang.
NATO-Präsenz in der Region
Am selben Tag, an dem die Drohnen zerstört wurden, meldete die NATO den Abschluss zweier Luftpolizeimissionen. Rumänische F-16 der Staffel "Carpathian Vipers" schlossen ihre Air-Policing-Mission in Litauen ab, während britische Eurofighter der Royal Air Force ihre Mission in Rumänien beendeten, bei der sie mehr als 180 Stunden flogen.
Das Projekt Neptun Deep, in dessen Nähe die Drohnen gefunden wurden, befindet sich in der Entwicklung und soll Rumänien zum größten Gasproduzenten in der Europäischen Union machen, was die strategische Bedeutung des Schutzes dieser Offshore-Anlage zusätzlich unterstreicht.