Verfallene Manege in Osijek wartet auf Verwandlung in ein Zentrum
Die Universität Josip Juraj Strossmayer plant, das geschützte Kulturgut zu renovieren und in ein Zentrum für Kreativwirtschaft und Kulturtourismus umzuwandeln.
Die Universität Josip Juraj Strossmayer plant, das geschützte Kulturgut zu renovieren und in ein Zentrum für Kreativwirtschaft und Kulturtourismus umzuwandeln.
Das Gebäude der ehemaligen Manege im Universitätscampus von Osijek, das seit Jahren verfällt und mit seinem ruinösen Zustand die Aufmerksamkeit der Bürger auf sich zieht, könnte endlich eine neue Nutzung erhalten. Die Universität Josip Juraj Strossmayer in Osijek hat gegenüber SiB.hr bestätigt, dass sie eine umfassende Rekonstruktion und Umnutzung dieses historischen Gebäudes plant.
Dipl.-Ing. Vanja Grgec, Vertreterin der Universität, betonte, dass sich die Universitätsleitung des Zustands des Gebäudes, aber auch seines Wertes bewusst ist. "Die Universitätsleitung ist sich des Zustands des Gebäudes, aber auch seines Wertes bewusst und hat daher dessen Renovierung als eines der strategischen Ziele der Universitätsstrategie vorgesehen", erklärte Grgec gegenüber SiB.hr.
Um weiteren Verfall zu verhindern, wurden vom Dach alle Teile entfernt, die eine unmittelbare Gefahr des Herabfallens darstellten. Die übrigen maroden Elemente werden bei der Renovierung entfernt. Grgec warnte, dass das Gebäude äußerst schwer zugänglich ist und dass jede Bewegung innerhalb und in der Nähe des Objekts auf eigene Gefahr erfolgt.
Einer der Hauptgründe, warum die Renovierung noch nicht begonnen hat, liegt darin, dass die Manege 2018 zum geschützten Kulturgut der Republik Kroatien erklärt wurde. Das Kulturministerium erließ die Schutzverordnung im November desselben Jahres, und das Objekt wurde unter der Kennung Z-7225 in das Register der Kulturgüter eingetragen.
Eine zusätzliche Komplikation stellt die Lage des Gebäudes innerhalb der archäologischen Zone Mursa, Pristanište, Vijenac Ivana Meštrović dar. "Darüber hinaus befindet es sich innerhalb der archäologischen Zone Mursa, Pristanište, Vijenac Ivana Meštrović, weshalb vor der Durchführung von Erdarbeiten eine archäologische Untersuchung erforderlich ist. Das bedeutet, dass statische Aufnahmen des Gebäudes, Untersuchungsarbeiten und die architektonische Bestandsaufnahme nicht ohne vorherige archäologische Schutzuntersuchungen durchgeführt werden können", erläuterte Grgec.
Die ehemalige Reitschule, die vor dem Ersten Weltkrieg in der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie erbaut wurde, soll zu einem Zentrum für Kreativwirtschaft und Kulturtourismus werden. Auf einer Fläche von etwa 2.325 Quadratmetern ist die Umwandlung in ein modernes Multimediazentrum geplant.
"Auf einer Fläche von etwa 2.325 Quadratmetern ist die Umwandlung des Gebäudes in ein modernes Multimediazentrum geplant, das einen Mehrzwecksaal für Bühnen- und Theaterprogramme, Galeriebereiche mit Sitz- und Stehplätzen, Umkleideräume, Büros, Sanitäranlagen und Nebenräume umfassen würde. Für die Realisierung dieses Projekts plant die Universität, die Renovierung bei Ausschreibungen des Ministeriums für Kultur und Medien sowie bei Fonds der Europäischen Union zu beantragen", betonte Grgec.
Die erste Phase der Rekonstruktion sieht umfangreiche konstruktive Arbeiten vor, um das Objekt vor der Umnutzung statisch zu stabilisieren. "Der Plan umfasst auch die Verstärkung der bestehenden Fundamente und gemauerten Säulen, die Verbindung der tragenden Wände, den Abriss der maroden Holzbalkendecken und deren Ersatz durch Stahlbetonkonstruktionen, den Abriss der bestehenden hölzernen Dachkonstruktion sowie den Bau einer völlig neuen Stahlkonstruktion und eines neuen Daches", schloss Grgec.
Die Innenausstattung und Umnutzung der Manege wird erst nach Abschluss der genannten Arbeiten möglich sein. Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnte das Gebäude, das vor mehr als hundert Jahren zur Ausbildung von Reitern und zur Dressur von Militärpferden der österreichisch-ungarischen Armee diente, sich von einem Symbol des Verfalls in ein neues Zentrum für Kultur und Kreativität in der Stadt an der Drau verwandeln.